In wenigen Wochen bricht eine Gruppe Wernigeröder zur ersten Bürgerreise nach Vietnam auf. Fünf Tage verbringen die Teilnehmer in der Partnerstadt Hoi An. Die gebürtige Vietnamesin Huong Trute hat die Reise organisiert.

Wernigerode l "Ich kann es gar nicht erwarten." Silke Stüber hat das Reisefieber gepackt. In zwei Monaten fliegt die 48-Jährige nach Vietnam - zusammen mit 16 Gleichgesinnten. Zwölf Tage verbringen die Teilnehmer der ersten Bürgerreise in dem asiatischen Land. "Ich war total begeistert, als ich von der Städtepartnerschaft zwischen Wernigerode und Hoi An gelesen habe", sagt Silke Stüber. Seither habe sie den Plan gehabt, nach Vietnam und Hoi An zu fahren, recherchierte im Internet, studierte Flugpläne. "Als ich hörte, dass Huong Trute eine Bürgerreise organisiert, war ich gleich Feuer und Flamme."

Im Arbeitskreis "Städtepartnerschaften" sei die Idee dieser Reise geboren worden, erinnert sich Huong Trute. Mit der Planung der Tour wolle sie ihren Beitrag leisten, die Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen. "Ich möchte den Menschen, die mir hier Heimat geben, meine Heimat zeigen", so die Gastronomin. "Und ich wünsche mir, dass möglichst viele Wernige-röder Hoi An lieb gewinnen."

Los geht es am 19. November. "Im Norden Vietnams ist dann schon Herbst, im Süden Trockenzeit", so Huong Trute. Nach fast elf Stunden Flug landen die Teilnehmer in Saigon. Dort startet die Rundreise. "Mir war es wichtig, den Wernige-rödern das wahre Leben und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes zu zeigen, darunter das Mekongdelta, die HaLong-Bucht, die Kaiserstadt Hue und die Hauptstadt Hanoi." Insgesamt fünf Tage hält sich die Reisegruppe in Hoi An auf. "Wir wollen die Menschen kennenlernen und uns einen Einblick in Kultur und Handwerk verschaffen." Selbstverständlich würden Vertreter der Stadtverwaltung von Hoi An die Gruppe begrüßen. Zwischendurch sei Zeit für Badeausflüge an den Fluss und ans Meer.

Alle Reiseziele kenne Huong Trute persönlich. "Ich bin mir sicher, dass sie sehenswert sind." Die Wochen vor der Abreise nutzen die Teilnehmer, um sich vorzubereiten.

"Ich habe mir Reiseführer besorgt und schon viel über Land und Leute gelesen", sagt Silke Stüber. Besonders freue sie sich darauf, den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und in eine ganz andere Welt einzutauchen. "Für mich steht schon jetzt fest, dass das nicht meine letzte Reise nach Vietnam sein wird", sagt die 48-Jährige. Das nächste Mal wolle sie auf eigene Faust das Land erkunden.

Genau das bezwecken Huong Trute und ihre Mitstreiter vom Arbeitskreis "Städtepartnerschaften" - dass "Kontakte geknüpft werden, dass sich die Menschen anfreunden und sich gegenseitig besuchen". Dadurch würde sich der Bekanntheitsgrad der Städtepartnerschaft in Hoi An erhöhen, so Huong Trute. "Mein Heimatland befindet sich auf dem Weg zur Demokratie." Doch bis dahin sei noch eine lange Strecke zu beschreiten. "Durch die Verbindungen mit den Wernigerödern erhoffe ich mir, dass sich die Vietnamesen öffnen und dadurch die Möglichkeit haben, diesen Weg zu finden."

Die nächste Gelegenheit, Vietnam auf diese Weise zu entdecken, besteht vom 26. April bis zum 8. Mai 2015. "Die ersten beiden Male fahre ich mit", kündigt Huong Trute an. "Wir werden täglich dokumentieren, was gut läuft und was nicht, um die nächsten Reisen optimaler zu gestalten." Ziel für die Zukunft sei es, pro Jahr zwei Bürgerreisen zu organisieren.