Nicht nur zu Fuß, im Auto und per Pferd kommen Gäste in die Stadt Oberharz, sondern zunehmend auch durch die Luft. Zum Flugfest auf dem höchsten Harzer Flugplatz werden bei Hasselfelde hundert Piloten und viele Besucher erwartet.

Hasselfelde l Anfängern sei der Flugplatz für ultraleichte Flieger sicher nicht zu empfehlen, gibt Wolfgang Hagenberger zu. Etwas Erfahrung sollte ein Pilot schon haben, um die Windverhältnisse und das Wetter im Oberharz zu meistern. Besonders schwer sei es aber auch nicht, auf dem Platz zu landen.

Deshalb rechnet Westernstadtchef Hagenberger mit so gut wie allen der 100 gemeldeten Piloten aus ganz Deutschland und Frankreich. Sie sollen ab dem heutigen Freitag bis zum Sonntag zur Landung in Stadt Oberharz ansetzen.

Dafür ist inzwischen alles vorbereitet, inklusive eines Fests am Flugplatz vor den Toren der Westernstadt mit freiem Eintritt. Dabei werden alte und neue Flugtechnik gezeigt. Wer will, kann gleich mal selber in die Luft gehen und einen Rundflug starten.

"Gutes Wetter ist ja eigentlich angesagt", meint Hagenberger und hofft, dass nicht wieder so viele Flieger wegbleiben wie wegen des schlechten Wetters beim 1. "Wild West Fly In" im vergangenen Sommer. "Das Interesse jedenfalls ist groß, der Flug über den Harz ist schon wegen der Aussichten spektakulär", so Hagenberger aus Erfahrung. Und gelandet werde schließlich nicht irgendwo, sondern auf dem höchsten Flugplatz im Harz.

Das Landefeld mit Turm für Ultraleichtflugzeuge liegt unweit der Bundesstraße 81, 1500 Fuß oder 502 Meter über dem Meeresspiegel. Geflogen werde mit den maximal 472,5 Kilo schweren Fluggeräten auf Sicht. Soll heißen, der Pilot muss 1,5 Kilometer voraus und einen Kilometer nach unten hin gut sehen können.

Das nunmehr 2. Flugfest ist für die Westernstadt zugleich auch ein wichtiger Besuchermagnet. Denn die Saison dieses Jahres sei durchwachsen, schätzt Hagenberger ein. Der Juli sei wie in vielen anderen Tourismuseinrichtungen auch ein schlechter Monat für den Umsatz gewesen. "Bei uns der schlechteste Juli seit zehn Jahren", berichtet Hagenberger. Trotzdem soll 2014 wieder die Marke von 200 000 Besuchern noch erreicht werden.

Helfen soll dabei auch eine neue Spielwelt für Kinder. Sie wird gegenwärtig für rund 700 000 Euro in der Westernstadt gebaut. Mit der Investition entsteht ein ganzjähriges Angebot ähnlich dem im Bauspielhaus in Thale. Die Eröffnung ist noch im Herbst geplant.

35 000 Euro für Kinder gespendet

Rund 6000 Kinder haben laut Westernstadtchef das Angebot zum kostenlosen Eintritt für Gruppen in diesem Jahr bisher genutzt, und die Tradition der Spenden gerade für Kinder werde auch fortgesetzt.

So wurden bereits 30 000 Euro an das Sterbehospiz "Sternenbrücke" in Hamburg übergeben, 5000 Euro liegen für den Kindergarten in Hasselfelde bereit, um wegen der vielen betreuten Kinder einen dringend benötigten zweiten Großkinderwagen zu kaufen. Dafür spende er gern, so Hagenberger.

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