Blankenburg l Für die Mitglieder des Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) hat die Woche mit ziemlich langen Gesichtern begonnen. Grund war ein zehnseitiges Schreiben von TAZV-Geschäftsführer Karl-Josef Hahner, in dem er überraschend Bedenken zu den möglichen Auswirkungen der Fusion mit dem WAZ Huy-Fallstein (Halberstadt) zum 1. Januar 2015 zu Papier gebracht hatte. Das als internes Info-Schreiben deklarierte Papier machte nicht wenig überraschend schnell die Runde und rief nicht nur die Bedenkenträger und Fusionsgegner aus der Reserve.

"Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Fusion", bekundete Hahner. Allerdings müsse über einige Details nochmals geredet werden. Dabei gehe es vor allem um die Kosten, die die Fusion mit sich bringe. Hahner sprach sogar von möglichen Gebührenerhöhungen für die Blankenburger.

Diese Gespräche wurden fortgesetzt. Eine Krisensitzung am Montag wurde nach knapp drei Stunden ergebnislos vertagt. Am Donnerstag folgte der zweite Teil. Diesmal mit am Tisch: Carl Haffke, Chef des WAZ Huy-Fallstein.

Im Ergebnis einigten sich beide Seiten auf einen sogenannten Durchführungsvertrag zur Fusion, der von allen Mitgliedern der TAZV-Verbandsversammlung abgesegnet wurde. Damit wurde wohl in letzter Sekunde ein Stranden der ohnehin turbulenten Fusionsfahrt auf einer Sandbank erfolgreich verhindert. Wie zu erwarten geht es unter anderem um die Stelle des künftigen Verbandsgeschäftsführers. Der soll nun spätestens zum 1. September 2015 seinen Dienst antreten. Die Verbandsversammlung des neu gebildeten TAZV Vorharz soll auf ihrer ersten Sitzung Anfang des Jahres das Stellenprofil beraten und die Stellenausschreibung beschließen. Für Carl Haffke, der übergangsweise bis zum Dienstantritt des neuen TAZV-Chefs die Geschicke lenken soll, wäre damit der 31. August 2015 der letzte Arbeitstag. Karl-Joseph Hahners Job endet ohnehin am 31. Dezember dieses Jahres.

Vereinbart wurde außerdem, generell das kostengünstigste kaufmännische IT-System für den Gesamtverband zu installieren und die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zur Fusion zu aktualisieren. Von der Fusion unberührt bleiben soll der Vertrag mit der derzeitigen Entsorgungsfirma des TAZV Blankenburg. Noch nicht absehbare Kosten, die dem WAZ Huy-Fallstein zum Beispiel durch Klagen gegen Gebührenbescheide oder durch Verträge mit privaten Betreibern entstehen könnten, sollen weiterhin dem Gebiet des WAZ zugeordnet werden.

Nicht nur den gemeinsam erarbeiteten Vertragsentwurf nahm der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU), erleichtert auf. Er habe von den Mitgliedern außerdem das einstimmige Votum erhalten, die Fusionsverhandlungen zu einem positiven Ende zu führen. Noll machte noch einmal deutlich, dass es darum gehe, Vereinbarungen mit der Landesregierung zu erfüllen. "Eine entscheidende Prämisse für uns war es außerdem, den Verbandssitz in Blankenburg zu behalten, um hier Arbeitsplätze zu sichern", stellte Noll klar. Dass sich darüber hinaus die Chance ergeben hat, mit großzügiger finanzieller Hilfe des Landes das Haupthaus der Domäne zu sanieren und zum Verwaltungssitz des TAZV umzubauen, sei ein positiver Nebeneffekt und reiner Zufall. Mit anderen Partnern, wie dem Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode (Wernigerode) oder dem Zweckverband Ostharz (Quedlinburg), wäre dies nicht möglich gewesen.

Die Sanierungskosten für das Verwaltungsgebäude, so Noll, würden sich nicht negativ auf die Gebühren niederschlagen.