Mit dem Sommer in diesem Jahr geht im Oberharz eine Ära zu Ende, die der städtischen Freibäder. Zwei werden schon von Vereinen betrieben, drei weitere sind dafür in der Diskussion. Die Aufgabe sollte nicht unterschätzt werden, heißt es in Elend.

Elend l Die erste Saison im vereinsgeführten Waldbad Elend ist endgültig gelaufen. Bei einem letzten Arbeitseinsatz wurden Bänke und Papierkörbe eingesammelt, Leitern aus dem Becken genommen und die Plane übers Badebecken gezogen.

Der Waldbadverein gehe, so Vereinschef Jochen Witzel, mit einem guten Gefühl der nächsten Saison entgegen. Denn die erste Saison des Vereins als Betreiber sei positiv verlaufen.

"Es ist ja gar nicht so sehr die Zahl der Badegäste, die ist überall unterschiedlich und nicht vergleichbar", resümiert Witzel. "Wichtig ist, dass wir Sport und Gesundheit für unsere 70 Vereinsmitglieder ermöglicht haben und unser Waldbad ein Jahr lang erfolgreich betrieben worden ist."

Ratschläge will und kann der Vorsitzende des erst im Februar gegründeten Waldbadvereins Elend nicht geben. "Da müssen jeder Ort, jede Gruppe ihren eigenen Weg finden", so Witzel. "Nur eines steht fest, im Vorbeigehen, mit links, ist so ein Betrieb nicht zu machen." Da bedürfe es schon einer Reihe engagierter Leute.

Das zeigte sich nicht zuletzt auch in Rübeland, wo der Betrieb des größeren und allein schon wegen der Technik aufwändigeren Freibades Bodeperle den ebenfalls noch jungen Förderverein von Anfang an sehr gefordert hat (die Volksstimme berichtete). Dank emsiger Akteure wie Vize-Vereinschef Dietmar Wiekert und vieler weiterer Helfer um Vereinsvorsitzenden Ronald Probeck ist auch dort die erste Saison mit dem Verein als gemeinnütziger Badbetreiber erfolgreich gemeistert worden. Es gab sogar zwei Feste zum Saisonende. Ein gemütliches Miteinander des Vereins bei Kaffee und Kuchen mit 50 Gästen, wie Beate Ecklebe mitteilte. Und dann eine Abschlussparty, zu der 150 Rübeländer in ihrem Bad begrüßt wurden. Das Fest war ein Dankeschön an die fleißigen Mitglieder, aber auch an die vielen Spender und Sponsoren, ohne die ein Badbetreiber-Verein weder in Rübeland noch in Elend auskam, wie stets klargestellt wurde.

Damit haben die Vereine in Elend und Rübeland vorgelegt, was für die Orte Elbingerode, Hasselfelde und Trautenstein derzeit auf der Tagesordnung steht. Denn die überschuldete Stadt Oberharz muss aus Gründen der Sparsamkeit und Haushaltsdisziplin die in den 1920er- und 1930-er Jahren für den Fremdenverkehr entstandenen Freibäder an Vereine abgeben oder schließen.

Hasselfelde diskutiert den Betrieb über eine Interessengemeinschaft. Ob die einen regulären Badebetrieb sichern kann, ist für manche allerdings fraglich. In Elbingerode steht der starke Sportverein für die Übernahme des Naturbades parat. In Trautenstein pflegte der Schützenverein bereits oft das Naturbad. Ob er es, eventuell Hand in Hand mit dem Feuerwehrförderverein, betreiben kann, ist Thema der nächsten Ortschaftsratstagung.

Erfahrungen aus Rübeland und Elend könnten vielleicht helfen. Für ein Gespräch, so Jochen Witzel, stehe er gerne zur Verfügung, wenn das in Hasselfelde oder in den anderen Orten gewünscht werde.