Nicht einmal ein Gefängnisaufenthalt konnte 50 Mädchen und Jungen davon abhalten, ihren Wissensdurst zu stillen. Sie sind Studenten der Kinderakademie gewesen.

Wernigerode l Es riecht verbrannt. Mit einem schelmischen Grinsen betrachtet Moritz sein Werk: Eine Walnuss, die in Flammen steht. Der Elfjährige ist keineswegs ein Brandstifter, er handelt im Namen der Wissenschaft. Mittels Experimenten spürt er verborgene Fette in Lebensmitteln auf.

Moritz ist Teilnehmer der Kinderakademie Harz (KAZ), die seit viereinhalb Jahren vom Internationalen Bund (IB) in Wernigerode angeboten wird. "Das Experimentieren macht Spaß", sagt der Wernigeröder begeistert. "Labor-Partner" Robert ergänzt: "Hier kann man Sachen probieren, die man zu Hause nicht darf".

Insgesamt haben 50 KAZ-Studenten aus 19 Orten an Veranstaltungen des zuende gegangenen Sommersemester teilgenommen, berichtet die Projektkoordinatorin Annett Querfurth. Im Rahmen der vier Themengebiete Naturwissenschaften, Umwelt, Demokratie und Technik haben die Kinder einen Blick hinter "schwedische Gardinen" gewagt. Ihnen wurde vermittelt, wie sie sich anhand von Bäumen und Sträuchern orientieren können. Die Sechs- bis Vierzehnjährigen suchten Antworten darauf, woher der Flaschenzug seinen Namen hat und wie das Küken aus dem Ei schlüpft. Außerdem unternahmen sie Ausflüge.

"Damit die Kosten für die Aktionen möglichst gering ausfallen, unterstützen uns Stiftungen, Vereine und Privatleute. Zum Beispiel wurde die zweitägige Fahrt nach Berlin von der Stadtwerkestiftung gesponsort", informiert Annett Querfurth.

Die IB-Mitarbeiterin betont: "Es ist uns wichtig, dass die Kinder frühzeitig Interessen entdecken, auch im Hinblick auf die spätere Berufswahl, und die Lust am Experimentieren zu fördern." Unter dieser Zielstellung bereiten sie und ihr Team bereits Veranstaltungen für das kommende Wintersemester vor. Die Kinder werden sich dann mit sprechenden Fingern, essbaren Pflanzen und laufenden Nasen beschäftigen, kündigt Querfurth an.

Infos unter www. kinderakademie-harz.de