Das 23. Gesellentreffen im Herbergsmuseum zu Blankenburg hat zahlreiche Besucher aus mehreren Ländern angelockt. Gefeiert wurde die Aufnahme einer Bruderschaft aus Goslar in das Bündnis zünftiger Gesellen Deutschlands (BZGD).

Blankenburg l Der Geruch von Männerparfum hat die Luft im Garten des Herbergsmuseums erfüllt. Doch sind es keineswegs nur Herren in schwarzen Kordanzügen, sondern auch zahlreiche Gesellinnen und Besucher, die den Weg zum 23. offenen Gesellentreffen in Blankenburg gefunden haben.

Gemeinsam feierten alle in traditioneller Manier die Aufnahme der Bruderschaft der "Zünftigen Handwerker zu Goslar" ins "Bündnis zünftiger Gesellen Deutschlands". Zudem wurde in der Bibliothek des Herbergsmuseum eine Vitrine enthüllt. "Sie zeigt, was wir für den Erhalt der Tradition des Handwerks geleistet haben", sagte Peter Kunze vom Ältestenrat des BZGD. Es folgte die Fahnenweihe im Kreise der versammelten Bruderschaften im Garten des Museums. Das Zimmermannsorchester Halle, "Die Ballas", eröffnete die Zeremonie. Der Goslarer Altgeselle Florian-Nicolai Trehner bedankte sich "fix", wie es sich nach alter Tradition gehört, und versicherte: "Wir wurden sehr kameradschaftlich aufgenommen." Die anwesenden Bruderschaften übergaben den Goslarer Gesellen Geschenke.

Albrecht Lange, Vorsitzender des Fördervereins für das Herbergsmuseum, dankte allen für ihr Erscheinen. "Lasst uns weiter daran arbeiten, das Herbergsmuseum zu erhalten", ermunterte Lange. Einsatz sei auch nötig. Denn Spenden- und Eintrittsgelder reichten kaum, um die Stellen im Herbergsmuseum zu sichern, so Lange: "Wir freuen uns über jeden Besucher, der uns unterstützt."

Zahlreiche neue Exponate wurden dann von den Gesellen an das Museum übergeben. Ein selbstgemaltes Bild der Luisenburg ergänzt nun deren Modell. Ein Gießerei-Musterbuch von 1874, ein Stubenschild sowie eine Handwerkerjacke aus DDR-Zeiten kamen ebenfalls hinzu. Die Jacke stellte Trehner aus Goslar als Dank zur Verfügung.

Andreas Flügel würdigte als Vertreter der Stadt Blankenburg die tolle Kameradschaft und zahlreichen Facetten der Gesellen, die Blankenburgs Handwerksvergangenheit widerspiegeln und einen wichtigen Beitrag für ein buntes Stadtbild leisten würden. Herbergsvater Carsten Paul zog nicht ohne Stolz eine positive Bilanz über das Treffen: "Ich freue mich, dass nicht nur einheimische Gesellen da sind, sondern Gesellen aus ganz Deutschland und Europa."

Unter den Gästen waren auch etliche Gesellen, die mit ihrem Bündel, genannt "Charly", noch auf Wanderschaft sind. Die Quedlinburger Bruderschaft "Zur Rose" hatte sich aktiv an der Vorbereitung des Treffens beteiligt. Und zum ersten Mal wurde die Fleischerbruderschaft aus Braunschweig bei dem jährlichen Gesellentreffen in Blankenburg begrüßt. Es findet immer am 3. Sonnabend im September statt.

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