Der Thiepark könnte im Zentrum der Landesgartenschau 2022 stehen - wenn sie in Blankenburg stattfindet. Das Gelände kann eine Schönheitskur vertragen, sagen die Planer aus Hildesheim.

Blankenburg l "Ist das ein Bauzaun?" Carsten Homeister hebt den Laserpointer. Auf dem Foto ist der Eingang des Freibads im Thiepark zu sehen. "Hier fehlt der angemessene Übergang zwischen zwei bedeutsamen Infrastruktureinrichtungen", analysiert der Landschaftsarchitekt aus Hildesheim. Im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt er mit Kollegen eine Machbarkeitsstudie. Ihr Gegenstand: Die Blankenburger Bewerbung für die Landesgartenschau (Laga) 2022.

Seit März 2014 arbeiten die Planer und haben am Dienstagabend erste Ergebnisse im Rathaus vorgestellt. "Was Sie hier sehen, sind keine fertigen Konzepte", so Homeister. Vielmehr sollten im ersten Werkstattgespräch die Einwohner, die zahlreich erschienen waren, befinden, ob die Planer in die richtige Richtung gehen.

Diese sind voll des Lobes über die Stadt, ihre Sehenswürdigkeiten und Umgebung. "Sie haben ein sehr starkes Potenzial", sagte Carsten Homeister. Bei einer Landesgartenschau gehe es darum, diese für eigene Ziele zu nutzen. "Wir denken zuerst über die Stadtentwicklung in Blankenburg nach und dann über die Landesgartenschau", erklärte Homeister.

Räumlich haben die Planer sich festgelegt: Das Stadtzentrum brauche weitere Entwicklung. Dort könnte sich die Landesgartenschau auf drei Schauplätze konzentrieren - den Thiepark, den Stadtpark und die Schlossgärten. Die drei Parks stünden für drei Bereiche, in denen Blankenburg sich profilieren sollte - für Kurtradition und Gesundheit, stilvolles Wohnen und das kulturelle Erbe. Hier könnte sich das Schau-Gelände erstrecken, das etwa 20 Hektar groß wäre. Hier läge der Schwerpunkt für Investitionen. Denn es müssten nicht immer industrielle Brachen sein, die durch Gartenschauen neu belebt werden.

Eine Schönheitskur hätte der Thiepark nötig. "Unser Eindruck ist, dass der Park zu wenig Aufenthalts- und Nutzungsmöglichkeiten bietet", sagte Carsten Homeister. Dabei könnte das Gelände, an dessen Rand sich zahlreiche wichtige Institutionen befinden, eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung spielen. Beim Stadtpark sei man auf dem richtigen Weg. "Ein charmanter Villengarten mit altem Baumbestand", so Homeister. Er sollte jedoch wieder stärker genutzt würde - etwa für Filmtage, wie sie einst dort stattfanden.

Die Schlossgärten seien so weit entwickelt, dass hier nur ein Feinschliff nötig sei - etwa, indem Sichtachsen freigelegt oder erhalten werden. Zudem sollte der Luisenberg auf Vordermann gebracht werden. Integriert werden sollten das Schloss sowie Stadtentwicklungsprojekte in der Altstadt.Auch die Ortsteile sollen berücksichtigt werden. Dass diese darauf pochen, wurde in der Diskussion deutlich. "In den Ortsteilen gibt es hohe Erwartungen", sagte Ulrich-Karl Engel (Grüne), wie Christina Moj aus Derenburg bestätigte. Engel regte an, das Kloster Michaelstein einzubinden, was auf Zustimmung stieß.

Über Verkehr und weitere Fragen soll eine Arbeitsgruppe beraten. Ein zweites Werkstattgespräch ist für kommenden März avisiert, so Homeister. Im ersten Quartal 2015 ist mit der Ausschreibung für die Laga zu rechnen, die Bewerbung muss Anfang 2016 vorliegen. "Es ist machbar", sagte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU). Er möchte vor der Sommerpause 2015 einen Stadtratsbeschluss herbeiführen - "damit Planungssicherheit herrscht".

In puncto Kosten gab sich Homeister optimistisch. "Man muss keine zehn Millionen Euro ausgeben." Klaus Dumeier (CDU) glaubt, dass sich die Stadt die Laga leisten kann: "Ab 2018 nehmen wir keine neuen Schulden mehr auf", sagte der Finanzausschuss-Vorsitzende.

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