Wernigerode (jbs) l "Fast 40 Kilogramm wiegt die mit Blattgold verzierte Spitze", sagt Andreas Gawlik. Der Restaurator aus Landsberg bei Halle hat am Donnerstag den Wohltäterbrunnen vor dem Wernigeröder Rathaus komplettiert. Zwei Monate lang war das Wahrzeichen "oben ohne" . Ein Mann hatte die Spitze in der Nacht zum 31.Juli gewaltsam abgebrochen und sich im Nachhinein über einen Anwalt bei der Stadtverwaltung gestellt. Er sei bereit, für die Reparatur in vollem Umfang aufzukommen, habe er damals mitgeteilt.

Zwei Wochen lang habe Andreas Gawlik an der Sanierung des Schmuckstücks, das aus Korpus, Krone und Kreuzblume besteht, gearbeitet. "Die Stärke des Blattgoldes bewegt sich im Nanobereich, so dass jede Berührung mit den Händen Schaden zufügen kann", so der Restaurator. Zahlreiche Passanten verfolgten das Geschehen auf dem Marktplatz. "Ich bin glücklich, dass das Wahrzeichen wieder so hergestellt ist, wie man es seit vielen Jahren kennt", sagte die Touristin Helga Schwarz.

Der neogotische Brunnen wurde 1848 in der Ilsenburger Eisengießerei "Hütte" aus Grauguss gegossen. Plaketten am Brunnen erinnern an Menschen, die sich um das Wohl der Stadt Wernigerode verdient gemacht haben.