Wernigerode l "Herbst ist Laufzeit", sagt Frank Harbrecht. Er muss es wissen, ist er doch der Vorsitzende des Harz-Gebirgslaufvereins. Am Wochenende wird die Sportveranstaltung bereits zum 37. Mal tausende Teilnehmer nach Wernigerode locken. "Der Harz-Gebirgslauf übt auf Freizeitsportler eine magische Anziehungskraft aus", sagt Harbrecht. Er verweist auf einen Artikel, der 2014 in einer Sportzeitschrift erschienen ist. Der Autor zählt den Harz-Gebirgslauf zu den zehn beliebtesten Läufen in Deutschland.

Sportler können zwischen einer zwei, fünf und elf Kilometer langen Strecke sowie einem 22 Kilometer langen Halb-Marathon und dem anspruchsvollen Brocken-Marathon über 42,195 Kilometer wählen. 1150 Höhenmeter gilt es, auf dem Weg von der Himmelpforte zum höchsten Harzgipfel zu überwinden. Wanderer und Nordic Walker haben die Wahl zwischen einer zehn und einer 25 Kilometer langen Route.

3000 bis 4000 Sportler gehen Jahr für Jahr auf der Wiese an der Himmelpforte an den Start, sagt Frank Harbrecht. Am Sonnabend könnten es ihm zufolge etwa 3300 Teilnehmer sein. Aus ganz Deutschland kommen die Läufer - vor allem aus Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

"In diesem Jahr ist eine Gruppe aus unserer Partnerstadt Neustadt an der Weinstraße dabei", sagt Harbrecht. Einige Teilnehmer reisen sogar aus Dänemark, der Ukraine, Polen und Schweden an. Unter den Läufern sind auch zwölf Sportler, die seit 1978 bei allen Ausgaben des Harz-Gebirgslaufes an den Start gegangen sind. Einer von ihnen absolviert diesmal seinen 37.Marathon: Es ist der ehemalige Harzer Landrat Michael Ermrich (CDU).

Eines haben Anfänger und Profis gemeinsam, sagt Harbrecht. "Ich schätze, 90Prozent der Marathonläufer berühren den Stein auf dem Brockenplateau. Es ist für viele Läufer der schönste Moment nach dem anstrengenden Anstieg." Die Elf-Kilometer-Läufer würden diesen Augenblick erleben, wenn sie erschöpft die Mönchsbuche erreichen. Jede Route habe ihre Reize und biete fantastische Blicke auf die Harzlandschaft, sagt Harbrecht, selbst leidenschaftlicher Läufer.

"Die Strecken sind in einem sehr guten Zustand", sagt Dietmar Ristau. Er ist der Marketingchef des Harz-Gebirgslaufvereins. 30 Frauen und Männer organisieren den Lauf. Rund 200 Leichtathleten sind in dem Verein aktiv. Bereits am Freitag beginnt die Veranstaltung mit einer Nudelparty. Nach dem Lauf am Sonnabend wird abends zu einem Sportlerball geladen. Am Sonntagmorgen geht es für die Teilnehmer mit Kind und Kegel zum Abschied hinauf zum Schloss. Für die Organisatoren beginnt nach dem Wochenende nahtlos die Vorbereitung der nächsten Veranstaltung. "Wir planen zunächst den Helferball, der Ende November stattfindet", sagt Ristau. "Und dann geht es an die nächste Ausgabe. Die Vorbereitung ist ein rollendes System."