Der Heimat-, Kultur- und Museumsverein Abbenrode gewinnt in einem bundesweiten Wettbewerb. Die Auszeichnung hat die Bundesbauministerin Barbara Hendricks dem Vereinschef Andreas Weihe persönlich in Berlin überreicht.

Abbenrode/Berlin l "Ein ganzes Dorf kämpft um den Erhalt seiner Kultur" und hat gewonnen.

Unter dem eingangs genannten Titel beteiligte sich der Heimat-, Kultur- und Museumsverein Abbenrode an dem bundesweiten Wettbewerb "Menschen und Erfolg" und wurde belohnt. Als einziger Preisträger aus Sachsen-Anhalt von insgesamt neun Siegern nahm der Vereinsvorsitzende Andreas Weihe in Berlin die Ehrung entgegen. Die Auszeichnung überreichte die Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). "Ja, das war schon ein großer Moment", sagt Andreas Weihe gegenüber der Volksstimme. Sehr stolz sei er gewesen, zumal mit dieser Ehrung die über 20 Jahre mühevoller engagierter ehrenamtlicher Arbeit der Mitglieder Anerkennung gefunden hätten.

Seit 2011 werden im Wettbewerb "Menschen und Erfolge" jedes Jahr Projekte ausgezeichnet, die zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur beitragen und dem Gemeinwohl zugute kommen. Dabei handelt es sich eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit Partnern wie Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Landkreistag, Verbände der Bauern und Handwerker, des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus sowie der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und anderen.

Ob Museum, Theater oder Schwimmbad, historisches Instrument, traditionelles Handwerk oder altes Gemäuer, Sprachkurs, Musikunterricht oder Willkommenskultur für Alteingesessene und Neubürger: Unter dem Motto "Orte der Kultur und Begegnung - Ländliche Räume lebens- und liebenswert erhalten" stellten laut Pressemitteilung des Bauministeriums im Wettstreit 2014 mehr als 600 Personen und Projektgruppen ihre Erfolgsgeschichten vor. Sie zeigen, wie die kulturelle Vielfalt und das Gemeinschaftsleben vor Ort lebendig erhalten, Kulturangebote mit neuen Ideen und Partnern auf tragfähige Füße gestellt oder neue Räume für Kultur geschaffen werden können.

Die Abbenröder Erfolgsgeschichte dreht sich vor allem darum, einer Abwanderung aus der Nordharzgemeinde, die unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegt, entgegenzuwirken. So wurde 1991 der Heimat-, Kultur- und Museumsverein gegründet, der mittlerweile erfolgreich ein Heimatmuseum in der ehemaligen Gaststätte "Zur Linde" sowie eine restaurierte Wassermühle mit Mühlenwanderweg betreibt. "Das hört sich wie selbstverständlich an, war und ist jedoch ein mühevoller Weg", sagt der 53-jährige Vorsitzende.

Der Verein engagiert sich dafür, das kulturelle Leben im 860-Seelen-Ort und der Region zu stärken und hierbei einen Fokus auf die Vermittlung des historischen Erbes an die jungen Generationen zu legen. "Dabei können wir durchaus Erfolge verweisen", so Weihe und fügt an: "Die Mitgliederzahlen stiegen stetig, auf heute 210. Rund 6000 Gäste besuchen jährlich das Museum." Über 80 Arbeitssuchende seien über ABM-Projekte in den letzten Jahren sinnvoll und gemeinnützig im Verein beschäftigt gewesen.

Es seien dadurch viele Projekte im Heimatmuseum und in Abbenrode entstanden und verwirklicht, die ein Alleinstellungsmerkmal in der Region aufweisen würden. Als Beispiele nennt der Vorsitzende die Ausstellungen zur Ortsentwicklung und deutschen Mühlengeschichte im Museum sowie das Grenzzimmer und die Heimatzeitung. Und nicht zuletzt würden die finanziellen Investitionen des Vereins ortsansässigen Firmen zugute kommen.

Finanzen ist das Wort, bei dem der Vorsitzende jedoch ins Grübeln komme. Deshalb freue er sich sehr über das Preisgeld von 2000 Euro. Es werde zum Erhalt des Museumsgebäudes, das Eigentum des Vereins ist, genutzt.

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