Nach dem Aus für das moderne Gesundheitshotel auf dem Wernigeröder Lindenberg könnten auf dem Gelände Eigentumswohnungen entstehen. Nach Volksstimme-Informationen laufen die Planungen der Hannoveraner Investoren bereits.

Wernigerode l Wie geht es weiter auf dem Lindenberg in Wernigerode? Nach Volksstimme-Informationen könnten auf dem früheren Hotelgelände Wohnhäuser entstehen. Darin könnten Eigentumswohnungen eingerichtet werden, eine Vermietung wäre aber ebenfalls denkbar, heißt es. Eine endgültige Entscheidung, ob die Hannoveraner Investoren das Projekt tatsächlich verwirklichen, sei noch nicht gefallen. Zunächst müssten die Planungen vorangetrieben werden.

Die Investoren, die Gräfin von Waldersee GmbH, hüllen sich derweil in Schweigen. "Kein Kommentar", sagte Guido Skarabis auf Volksstimme-Nachfrage. In vier bis sechs Wochen könnten jedoch Neuigkeiten verkündet werden. Der Wernigeröder Volker Griese, der die Investoren bisher als Berater vertreten hat, gibt ebenfalls keine Auskunft zu dem Projekt.

Nach Protesten von Anwohnern hatten die Investoren ihr Projekt für einen modernen Hotelkomplex vor einem Monat zurückgezogen (Volksstimme berichtete). Ursprünglich wurde eine fünfgeschossige Anlage mit Wellnessbereich, Schwimmbad und Tiefgarage geplant.

Bisher deutet alles darauf hin, dass die Investoren an dem Standort festhalten. Das Hotelgelände auf dem Lindenberg gehört ihnen zwar noch nicht, doch die entsprechenden Verträge seien abgeschlossen, sagte Eigentümer Manfred Deunert auf Volksstimme-Nachfrage. Der Eintrag ins Grundbuch stehe noch aus, Geld sei noch nicht geflossen.

In der Wernigeröder Stadtverwaltung ist man nach dem Aus für das Gesundheitshotel auf das Nachfolgeprojekt gespannt. "Wir warten auf einen erneuten Entwurf des Bebauungsplanes", sagt Hans-Dieter Nadler, Chef des Stadtplanungsamtes. Dann würde das Planungs- und Genehmigungsprozedere von vorn beginnen - inklusive Beratung in den Ausschüssen und im Stadtrat, anschließender Offenlegung der Unterlagen und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Gegen eine Wohnbebauung würde sich voraussichtlich kein Widerstand in der Bevölkerung regen - solange sie die Dimensionen der geplanten Hotelanlage mit fünf Etagen plus Tiefgarage weit unterschreitet. Die Höhe der Wohngebäude würde nach Volksstimme-Informationen höchstens drei Geschosse betragen. "Uns ging es vor allem um die Größe", sagt Michael König. Der Wernigeröder hatte 500 Unterschriften gegen den Bau des Gesundheitshotels gesammelt. Er wäre nicht gegen ein kleineres Hotel, so König, der Lindenberg sei jedoch eine Wohngegend. "Am schönsten wäre es, wenn Einfamilienhäuser entstehen würden."

Das Hotel "Lindenberg" erlebte seine Glanzzeit in den 1920er-Jahren, zahlreiche Prominente stiegen in der damaligen Nobelherberge ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in dem Gebäude das FDGB-Ferienheim "Roter Stern" eingerichtet. Seit der Wende steht es leer und verfällt zusehends.

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