Wernigerode/Neustadt an der Weinstraße (isi) l 25 Jahre Städtepartnerschaft feiern Wernigerode und Neustadt an der Weinstraße in diesem Jahr. Der Festakt im Hambacher Schloss bildete nun den Abschluss der Festlichkeiten, die im Juni mit dem Weinfest in Wernigerode ihren Anfang genommen hatten. Dazu reiste Wernigerodes Stadtchef Peter Gaffert (parteilos) Anfang Oktober mit einer Delegation in die Partnerstadt in Rheinland-Pfalz.

Neben Gaffert und seinem Neustadter Amtskollegen Hans Georg Löffler (CDU) hielt Bernhard Vogel (CDU), der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, eine Festrede. "Den Reden folgte der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt", berichtet Wernigerodes Rathaussprecher Andreas Meling.

Hans-Georg Löffler sei in seiner Rede auf die Geschichte des Schlosses als Stätte der deutschen Demokratiebewegung eingegangen. "Aber auch auf die Geschichte der erfolgreichen Partnerschaft mit vielen Besuchen und Aktivitäten", so Meling. "Meine Frau und ich waren schon so oft in Wernigerode", habe Löffler lachend gesagt. "Wir fühlen uns am Fuße des Brockens schon heimisch."

Ein Lob ging an das Engagement der Bürger, die die Partnerschaft lebendig halten. "Auch wenn unsere Partnerschaft seit nunmehr 25 Jahren besteht, dürfen wir nicht müde werden, sie weiter mit voller Überzeugung zu tragen", so Löffler.

"Unsere Aufgabe war es, die Teilung zu überwinden", sagte Bernhard Vogel. "Das gelang durch den mutigen Aufstand und die friedliche Revolution, die unblutig über die Bühne gegangen war. Dafür müssen wir bis heute dankbar sein." Wer Unfreiheit nie erlebt habe, wisse gar nicht, was das bedeute. "Helfen Sie mit, die Idee der Partnerschaft in die nächste Generation weiterzutragen."

Peter Gaffert sprach von einem für ihn ganz besonderen Moment. "Es lebe das freie, das einige Deutschland", so der Wernigeröder Stadtchef. Die Partnerschaft sei ein Vorbote der deutschen Wiedervereinigung gewesen, auch wenn das damals noch niemand wusste. Gaffert lobte die intensiven Kontakte zwischen Vereinen und Privatpersonen. "So sollte eine Städtepartnerschaft funktionieren." Als Gastgeschenk überreichte er ein Gemälde von Karl Oppermann, das durch seine Teilnahme beim Neustadter Künstlersymposium entstanden war.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode, das abends noch ein Konzert im Schloss gab. Neben Vertretern der beiden Städte aus Politik, Sport, Kultur und Vereinen waren zudem die Teilnehmer der Bürgerreise nach und von Wernigerode eingeladen gewesen. Die Städtepartnerschaft zwischen Neustadt an der Weinstraße und Wernigerode war am 25. September 1989 - und damit noch vor dem Fall der Mauer - besiegelt worden.