Stiege (bfa) l Die kleine, aber feine Holzkirche im Albrechtshaus ist noch in einem sehr guten Zustand, ein Umzug ist technisch möglich und sollte möglichst umgehend erfolgen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Beratung von Vertretern der Stadt Oberharz um Reiner Mämecke aus dem Bauamt mit Zimmerermeister und Restaurator Michael Knop von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg.

Anlass dafür war das bereits längere Bemühen des Ortschaftsrates und engagierter Stieger Einwohner, die in markanter Holzbauweise errichtete Albrechtshaus-Kirche vom abgelegenen Gelände weg in den Ort umzusetzen. So könnte sie besser erhalten und vor Randalierern geschützt werden. Die Versetzung des kleinen Kirchengebäudes ist möglich, wobei der Bau dann aufgrund seiner Blockbohlenkonstruktion komplett zerlegt und an sicherer Stelle wieder aufgebaut werden muss. Die Substanz dafür, so die Fachleute, ist vorhanden und wird sogar als sehr gut eingeschätzt. Es gebe kaum Schädigungen am Holz durch Pilze oder Insekten. Allerdings sollten umgehend der Blitzschutz des Gotteshauses und das Dach an einigen Stellen repariert werden. Auch die Aufstellung eines Zaunes gegen Randalierer, die das Kirchlein schon mehrfach heimgesucht haben, wird angeraten.

Für die schon seit einigen Jahren immer mal diskutierte Verlegung des Gebäudes müsste laut den Experten nun ein genauer Plan samt Kosten-ermittlung erstellt und die Möglichkeit der Nutzung von Fördergeldern und Spenden aufgezeigt werden, so Mämecke und Knop. Der Ortschaftsrat hat bereits eine Suche nach Sponsoren gestartet, ohne dass bisher schon große Fortschritte zu vermelden sind. Die Stadt Oberharz würde ein Grundstück im Ort für die Wiederaufstellung der Kirche bereitstellen, sagte Bürgermeister Frank Damsch (SPD) der Volksstimme auf Nachfrage. Finanziell könne die Stadt das Projekt wegen der klammen Haushaltslage nicht bewältigen. Dass der Holzbau gerettet werden sollte, darin zeigen sich Bürger, Bürgermeister und Fachleute einig. "Die Kirche am Albrechtshaus ist", so Restaurator Knop, "ein wertvolles Zeugnis der Holzbauarchitektur und verdient es, mit gemeinsamen Anstrengungen für nachfolgende Generationen erhalten zu werden". Zudem wird in Stiege auch auf einen weiteren touristischen Anziehungspunkt mit der optisch markanten Kirche im Ortsbild gehofft. Reiner Mämecke: "Wir stehen aber noch ganz am Anfang."