Wernigerode (jbs) l Soll ein Urnengrab wegen der geringeren Fläche deutlich günstiger als ein Erdgrab sein? Mit dieser Frage hat sich der Wernigeröder Finanzausschuss am Donnerstagabend beschäftigt.

Auf den städtischen Friedhöfen werden bislang nur 50Prozent der Kosten über die Gebühren gedeckt. In Zukunft sollen es 100Prozent sein, so die Forderung der Kommunalaufsicht. In einer Januar-Fassung der neuen Gebührenordnung sollten die Kosten im Schnitt um 25 Prozent steigen. Vor allem Erdbestattungen sollten deutlich teurer werden. Das sei dem Bürger nicht zuzumuten, waren sich die Kommunalpolitiker im März einig und beauftragten die Verwaltung mit einer neuen Kalkulation. Nach der Überarbeitung sind vor allem die Preise für Urnengräber deutlich gestiegen, während die Preise für Erdgräber gesunken sind. "Wenn wir die Preise für die beiden Bestattungsformen künstlich egalisieren, halte ich das für nicht sozial", sagte Armin Willingmann. Der SPD-Politiker sprach sich dafür aus, Urnengräber preislich günstiger als Erdbestattungen zu gestalten. "Man kann ganz unsentimental vertreten, dass die Preise nach den Flächen berechnet werden." Frank Schmidt vom Gartenamt, das für die Friedhöfe zuständig ist, gab Willingmann Recht. "Die Urne würde nach der neuen Berechnung die Erdbestattung subventionieren", sagte er.

Thomas Schatz (Linke) regte an, nach einem neuen Standort für den Zentralfriedhof zu suchen, da die Bewirtschaftung auf dem felsigen Untergrund an den Hängen des Eichberges hohe Kosten verursache und sozialverträgliche Gebühren verhindere. "Sonst kommen wir aus dem Dilemma nicht mehr heraus", so Schatz. Das Votum wurde vertagt.