Vor dem Wertstoffhof in Wernigerode bilden sich lange Warteschlangen. Viele Gartenbesitzer geben derzeit ihren Grünschnitt ab. Im Sommer ist sogar noch mehr los gewesen.

Von Andreas Fischer

Wernigerode l Es ist wieder soweit. Die Baum- und Strauchschnittsammlung der Entsorgungswirtschaft (enwi) hat begonnen. Viele Gartenbesitzer warten allerdings nicht darauf, dass ihr Strauchschnitt abtransportiert wird. Sie nutzen die Möglichkeit, ihren Grünschnitt bei Partnern des Unternehmens abzugeben - zum Beispiel beim Wertstoffhof am Bauhof der Stadtverwaltung Wernigerode. Der Hof ist einer der acht Wertstoffhöfe, die zusammen mit der enwi betrieben werden.

Dort ist Jörg Löffler Einsatzleiter. Er freue sich über die Disziplin bei der Mehrheit der Kunden, die sich an die Annahmevorschriften halten. Neben Altmetall werden Batterien und Akkus aus Haushaltsgeräten, Glas, Elektro-Haushaltsgeräte, Grünschnitt, Papier und Pappe, Sperrmüll bis maximal zwei Kubikmeter, Altkleider und - nur in Ausnahmefällen - gelbe Säcke entgegengenommen.

Nicht alles kann angenommen werden

Dass auf dem Wertstoffhof alles seinen geregelten Gang geht, dafür sorgt Ingo Pätsch. Fast täglich steuert er den Besucherstrom am Hofeingang und schickt die Kunden bei Fragen zu den bereitstehenden Containern. Manche muss er jedoch abweisen. "Fahrzeugteile sowie Baumaterialien wie Fenster und Türen sind tabu", sagt er.

Gegenwärtig bilden sich Tag für Tag lange Fahrzeugschlangen vor dem Hof. "Täglich werden fast vier Container, die 22Kubikmeter fassen, mit Grünschnitt gefüllt", so Ingo Pätsch. Hochsaison sei im Moment trotzdem nicht. "Im feuchten Sommer haben die Leute mehr gebracht." Durchschnittlich fünf Container pro Tag füllten Hobbygärtner im Sommer im Wertstoffhof. Dass das Grün in diesem Jahr außergewöhnlich schnell herangewachsen ist, können die Männer bestätigen, die mit ihrer Technik die Straßengräben gemäht haben. Deutlich öfter als im Vorjahr mussten sie 2014 für freie Gräben sorgen, sagt Löffler.

Dank breiter Rampen sind die großen Grünschnittbehälter seit dem vergangenen Jahr leichter erreichbar. Seitdem ist die Zufriedenheit der Nutzer gewachsen. Mirko Ruhe aus Elbingerode zum Beispiel gehört zu den Kunden, die regelmäßig den Wertstoffhof Wernigerode besuchen. Er schätze den Service in der Einrichtung und die große Übersichtlichkeit. "Wenn nicht die langen Wartezeiten wären", schränkt er ein. "Vielleicht sollte die Annahmezeiten verlängert oder eine zweite Annahmestelle geschaffen werden", regt Mirko Ruhe an.

Bernd Strube, der in der Nähe des Wertstoffhofs seinen Garten hat, sieht die Wartezeiten auf dem Wernigeröder Wertstoffhof gelassen. "Es dauert halt ein bisschen, aber dafür ist die Annahme kostenlos. Vieles wird man unkompliziert los." Etwa zweimal pro Monat fährt er zum Areal, um Grünschnitt abzugeben.

 

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