Viele träumen schon als Kind davon, Feuerwehrmann zu werden. Die Stadtverwaltung Wernigerode sucht nun Brandschützer, die Feuer und Flamme für ihren Beruf sind. Bewerber gibt es mehr als genug.

Wernigerode l Wenn die Sirene ruft, dann eilt der Feuerwehrmann zum Einsatzwagen und fährt mit Blaulicht hinaus, um Brände zu löschen und Leben zu retten. Was für viele ein Kindheitstraum ist, wird für manche zum Beruf - zum Beispiel für die 16 Mitarbeiter der hauptamtlichen Wachbereitschaft in Wernigerode.

Der Job ist heiß begehrt. Auf die Ausschreibung von zwei Stellen für Feuerwehrmänner oder -frauen, die die Stadtverwaltung Wernigerode zu besetzen hat, haben sich viele Interessenten gemeldet. Die Zahl der Bewerbungen liege "im mittleren zweistelligen Bereich", sagt Hauptamtsleiter Rüdiger Dorff.

Auf seinem Tisch stapeln sich die Briefe - viele von ihnen haben Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren aus der Region verfasst. "Die wenigsten haben eine Ausbildung zum hauptberuflichen Feuerwehrmann absolviert", sagt Dorff.

Das bestätigt Matthias Treuthardt. Seit 2010 ist er der Brandschutzleiter in der Wernigeröder Stadtverwaltung. "In dieser Zeit hatten wir nur zwei Quereinsteiger", sagt er. Die anderen hatten alle Erfahrung bei den ehrenamtlichen Brandschützern gesammelt.Als Quereinsteiger hat auch Matthias Treuthardt angefangen. Seit 1999 ist er Feuerwehrmann, zuvor war er Metaller und im Baugewerbe tätig. Kay Stallmann ist 2005 auf Umwegen zu den Floriansjüngern gelangt. "Ich war vorher bei der Bundeswehr und bin durch eine glückliche Fügung hier gelandet", sagt der 37-Jährige, der in Reddeber lebt. "Man muss mit Herzblut dabei sein."

Bei der Freiwilligen Feuerwehr hat Steve Försterling das Löschwesen kennengelernt. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", erklärt der 32-Jährige, der Gas- und Wasserinstallateur gelernt hat und seit 2012 zur Belegschaft in der Feuerwache am Bahnhof zählt.

Die Ausbildung, die Männer wie er bei der Freiwilligen Wehr absolviert haben, wird bei der hauptberuflichen Tätigkeit anerkannt. "Wir qualifizieren die Bewerber dann weiter", sagt Matthias Treuthardt. Ein sechsmonatiger Grundlehrgang sei Pflicht. "Im Anschluss sind weitere Lehrgänge zu absolvieren." Zusätzlich sind die meisten hauptberuflichen Feuerwehrleute auch ehrenamtlich tätig.

Ihre Diensttauglichkeit müssen die Kameraden regelmäßig unter Beweis stellen - durch Untersuchungen beim Arzt, aber auch beim Test an der Atemschutzstrecke in Thale. "Wenn jemand Asthmatiker ist und die Atemschutzmaske nicht mehr tragen kann, ist das ein Grund auszuscheiden", so Treuthardt. Dann werde eine andere Stelle in der Verwaltung gesucht - wenn der Betreffende nicht früher in Ruhestand gehen möchte.

Wer den körperlichen Belastungen standhält, kann bis zum Alter von 65 Jahren als Brandschützer Dienst leisten. Allerdings habe er erst einen Kameraden erlebt, der das durchhalten konnte, sagt Matthias Treuthardt. Bewerbungen erreichen die Wernigeröder derweil "von überall her", sagt er und fügt hinzu: "Jeder hat die gleichen Chancen." Eine Frau konnte sich bei der Wernigeröder Wachbereitschaft bisher noch nicht durchsetzen. Die Belegschaft ist durchweg männlich.