Ortwin Ringleb, der langjährige Geschäftsführer vom "Haus Abendsegen", hat am Freitag wertvolle Zeitdokumente an die Stadt Ilsenburg übergeben. Bürgermeister Denis Loeffke will sie im Stadtarchiv deponieren.

Ilsenburg l Zahlreiche Dokumente aus der Wendezeit hat einer der damaligen Hauptakteure, Ortwin Ringleb, am Freitagvormittag der Stadt Ilsenburg zur Verfügung gestellt. Bei den Dokumenten handelt es sich um zwei Bücher und zahlreiche - teils originale - Dokumente aus der Zeit der politischen Wende. Dazu zählen die lokalen Ilsenburger Bestrebungen für mehr Demokratie in der DDR ebenso wie die Forderungen der engagierten Ärztin Dr. Ingeborg Röthing zum Ende der alten Kupferhütte. Außerdem übergab Ringleb einen Großteil der Akten, die das drohende Ende der Seniorenbetreuung in der Stadt betreffen oder von pfiffigen Ideen der damals Verantwortlichen berichten, die letztlich zum Bau des heutigen "Haus Abendsegen" in der Punierstraße führten.

Unter den Unterlagen befinden sich Zeitungsausschnitte und Dokumente zur Wiederbelebung des Ilsenburger Brockenlaufs. So gab es damals einen gemeinsamen Aufruf der Ratsfraktionen von SPD und CDU für den Lauf, dessen Wortlaut Bestandteil der Akten ist.

Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) nahm die Unterlagen in Empfang und versprach Ortwin Ringleb, dass sie einen würdigen Platz im Stadtarchiv finden werden. "Es sind zum Teil so wichtige und wahrscheinlich auch einmalige Dokumente für die Ilsenburger Stadtentwicklung, dass wir sie in das Archiv aufnehmen und auf Anfrage für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung stellen werden", sagte Loeffke, der sich das Material selbst gründlich ansehen will. "Ich war ja damals erst Anfang 20 und habe vieles nur vom Hörensagen mitbekommen", sagte der Bürgermeister, der Ortwin Ringleb im Namen der Bürger der Stadt herzlich dankte.