Viel Beifall und spontane Bravo-Rufe haben die Darsteller des Silstedter Theatervereins bei der Premiere ihres neusten Stücks erhalten. Der beste Beweis dafür, dass die Gruppe den Nerv des Publikums trifft.

Silstedt l Innerhalb weniger Stunden waren alle Karten für die fünf Aufführungen des neuen Lustspiels der Silstedter Theatergruppe verkauft: Dieser Ansturm spricht für den Verein, der mit seinem neuen Stück "Drei Mieter und ein Entführungsfall" in seinem Heimatort abermals den Nerv eines großen Publikums getroffen hat. Am Freitag hat das Stück Premiere in Silstedt gefeiert.

Für die Laiendarsteller ist es ein Glücksfall, dass Heinz-Jürgen Köhler dazugehört, betonen sie. Denn der Sachbearbeiter im Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sei ein begnadeter Texter. Ihm ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, für seinen Verein ein Lustspiel zu schreiben, das die Besucher während der knapp zweistündigen Aufführung immer wieder zum Lachen und Klatschen gebracht hat.

Theaterstück in nur sechs Wochen verfasst

Nur sechs Wochen hatte der Wernigeröder zum Schreiben benötigt, wie er im Gespräch mit der Volksstimme sagte. Nach den ersten drei Wochen hatte er das Konzept fertig, den Rest benötigte er zum "Feinschliff" und für das pointierte Finale. Er selbst spielt in dem Stück den Professor Albert Feinstein, der für seine skurrilen Experimente seine Praktikantin Monika Lewitzki ausnutzt, dargestellt von Friseurmeisterin Cynthia Försterling.

In den ersten Jahren seines Wirkens erfreute der Theaterverein, der zunächst dem örtlichen Sportverein angehörte, mit überlieferten Stücken. Diese hatte der erste "Theaterdirektor" Karl-Heinz Mänz beim Entrümpeln eines Dachbodens gefunden, berichtete er.

Theaterverein feiert 2015 sein 20-jähriges Bestehen

Nach der Erkrankung des Klempnermeisters übernahm Heinz-Jürgen Köhler das Zepter. Er verfasste neue Stücke. "So ist es in diesem Jahr und wird es auch 2015 sein, wenn der Verein sein 20-jähriges Bestehen feiern wird", kündigt Köhler an.

Darauf freut sich auch Sil-stedts Bürgermeister Karl-Heinz Mänz, der Namensvetter des Ensemblemitglieds. Das Dorfoberhaupt hielt es nach der Premiere am Freitag nicht lange auf seinem Stuhl. Er stürmte auf die Bühne, um der Theatergruppe Danke zu sagen.

Im Verein sind nur Laiendarsteller organisiert. So die Kindergärtnerin Karla Rußetzki, die die Oma Berta Schusselbrecht darstellt. Die Reisekauffrau Doreen Ryschka verkörpert Gundula Sittig, die Enkeltochter von Oma Berta.

Schließlich ist die neugierige Nachbarin Olga Grantig zu erwähnen, die von der kaufmännischen Angestellten Elvira Parotat gespielt wird. Eine langjährige Stütze der Theatergruppe ist Gärtnermeister Burkhard Schwienhagen, der den Hausierer Anton Schnurrer darstellt. Mimikreich wird der Gendarm Robert Kleinlich von dem Drucker Steffen Heydrich gespielt.

Während der Premiere wurde viel gelacht, beispielsweise über die verrückten Dinge, die der Professor und seine Praktikantin erfinden. Die Gesangsübungen der Praktikantin Monika Lewitzki treiben derweil einen jungen Polizisten fast in den Wahnsinn.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als ein vermeintliches Verbrechen den kleinen Ort in Schrecken versetzt. Plötzlich ist jeder verdächtig oder wird zum unfreiwilligen Mitwisser. Aber wie so oft nimmt auch diese Geschichte eine unerwartete Wendung. Am Ende gibt es für fast alle ein glückliches Ende.

Laiendarsteller gastieren in umliegenden Orten

Nach bisherigen Planungen finden die nächsten Vorstellungen am 7. und 8. November in Reddeber statt. Anschließend ist das Stück in Wasserleben, Minsleben, Heudeber, Börnecke, Benzingerode, Darlingerode, Hasserode, Veckenstedt, Wienrode, Heimburg und Langeln zu sehen sein. Die Saison klingt voraussichtlich am 14. Februar mit einem Auftritt vor den Silstedter Schützen und am 21. Februar in Deersheim aus. Vielfach treten örtliche Vereine als Organisatoren der Theateraufführungen auf.

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