Schierke l Risse im Mauerwerk und an den Fenstern, Mörtel bröselt lose aus den Fugen. Das gesamte Gebäude neigt sich zur Seite. Das Feuerwehrgerätehaus in Schierke ist nicht nur arg sanierungsbedürftig, sondern auch viel zu klein für die zwei Löschfahrzeuge. "Wir müssen die Spiegel anklappen, wenn wir rückwärts mit den Fahrzeugen hineinfahren", so Wehrleiter René Menzel. "Die Räumlichkeiten der Jugendwehrleute in der oberen Etage sind so baufällig, dass wir jedes Mal heilfroh sind, wenn sie wieder wohlbehalten unten ankommen." Darüber hinaus gebe es für die Brandschützer nicht genügend Parkplätze auf der Fläche hinter dem Schierker Rathaus.

Die Mitglieder des Ordnungsausschusses haben kürzlich das Gerätehaus besichtigt, um sich ein Bild vom Zustand des Gebäudes zu machen. "Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf", so das Fazit der Lokalpolitiker. Das Domizil der Schierker Wehr habe Priorität, erklärt Wernigerodes Ordnungsdezernent Volker Friedrich nach der Besichtigung. An dem Haus sei jahrzehntelang nichts repariert worden. Problem sei, dass es für die Sanierung beziehungsweise den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern kein Fördergeld mehr vom Land gebe, so der Ordnungsdezernent. Das heißt, die Stadt müsste die Kosten komplett stemmen.

"Dennoch suchen wir nach einer Lösung", sagt Friedrich. Es sei bereits ein geeignetes Grundstück gefunden. Dabei handelt es sich um das Gelände hinter dem Hotel "Brockenscheideck", das im Besitz der Stadt ist, wie Rathaussprecher Andreas Meling auf Volksstimme-Nachfrage informiert. Auf dem Areal stehe ein leerstehender Wohnblock, in dem sich nach der Wende Seniorenwohnungen befanden. Vorgesehen ist es, den Bauhof und die Feuerwehr dort zu konzentrieren. "Ob wir den Block sanieren oder abreißen und neu bauen, das steht noch in den Sternen", so Meling. Die Planungen dafür sollen im nächsten oder im übernächsten Jahr erfolgen. Die Verwaltung wolle das Bauprojekt nicht auf die lange Bank schieben. "Das ist eine dringende Geschichte", so der Pressesprecher. "Schließlich ist die Schierker Wehr nicht nur für den Ort, sondern für die ganze Brockenregion zuständig."