Mit kleinen Dingen große Freude bereiten - das ist der Grundgedanke der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". In Wernigerode kümmern sich Benita und Michael Müller darum, dass die Geschenke arme Kinder erfreuen.

Wernigerode l Alles hat im Zimmer von Tochter Linda begonnen. "Es war so vollgestopft. Kinder leben in Deutschland oft im Überfluss und wissen nicht wohin, mit den Sachen. Und anderen Kindern fehlt es am Notwendigsten", sagt Benita Müller. Um ihrer Tochter zu zeigen, wie viel Freude schon mit kleinen Dingen bereitet werden kann, hat sich die Wernigeröderin entschlossen, an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" teilzunehmen.

Fast zehn Jahre ist das her. Benita Müller betreut die zentrale Sammelstelle in Wernigerode. "Zu unseren Aufgaben gehört es, Annahmestellen zu finden und die Päckchen zu kontrollieren", erläutert die zweifache Mutter. "In einigen Ländern gibt es strenge Einfuhrbestimmungen", ergänzt Michael Müller. "Waffen sind natürlich nicht erlaubt. Auch Speisen aus Gelantine dürfen nicht eingepackt werden, und es ist wichtig, dass alles neu und ungebraucht ist."

Michael Müller unterstützt seine Schwester seit 2011. Eine Herzensangelegenheit für den 51-Jährigen. "Kurz vor dem Mauerfall war ich in Rumänien im Urlaub - damals habe ich erlebt, was Armut wirklich bedeutet." Deshalb freue es ihn zu sehen, wie liebevoll die Kartons zugunsten sozialschwacher Kinder zusammengestellt werden.

950 Geschenke waren es 2013 im Altkreis Wernigerode. "Dieses Jahr knacken wir die 1000", sagt Benita Müller. Bis zum Sonnabend, 15.November, können die Pakete abgegeben werden. Diese werden dann in der Weinhandlung von Benita Müller zollgerecht kontrolliert und falls nötig umgepackt. "Es kommt auf eine gute Mischung an", sagt die Organisatorin. Spielzeug, Pflegemittel wie eine Zahnbürste, warme Kleidung, Schreibutensilien und Süßigkeiten seien genau richtig.

"Rentnerinnen stricken jedes Jahr tütenweise Mützen und Schals. Die verteilen wir dann auf die Kartons", so die Weinhändlerin. Auch Geldspenden seien willkommen. "Pro Karton kostet der Transport sechs Euro, das muss finanziert werden", erläutert sie.

Süßigkeiten, die nicht den strengen Zollbestimmungen entsprechen, kommen dennoch Bedürftigen zugute. "Die geben wir in der Wärmestube in Wernigerode ab."