Halberstadt l Wie jedes Jahr, so auch in diesem, sei die Arbeitslosigkeit im Oktober nochmals gesunken. Dieses Fazit zog am Donnerstag Heike Schittko bei der Vorstellung der monatlichen Statistik. Diese Entwicklung sei nicht unerwartet eingetreten und entspreche dem typischen Saisonverlauf, sagte Halberstadts Agenturchefin.

Die Ursache dafür liege allerdings nicht nur in der bisherigen milden Witterung. Heike Schittko: "Vielmehr spielt der demografische Faktor hierbei eine wesentliche Rolle." Trotz der geringfügigen Belebungseffekte sei der Arbeitsmarkt im Harzkreis aus ihrer Sicht in einer stabilen Verfassung, auch wenn sie mit Sorge die bislang schwache Dynamik betrachte.

Trotz einer schwindenden Entlastung durch den zweiten Arbeitsmarkt liege die Quote jetzt auf dem niedrigen Niveau von Anfang 1991, so die Vorsitzende der Geschäftsführung.

Für die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) erläuterte Anita Hauswald die Zahlen. Danach habe die KoBa zuletzt 22 808 Personen in 13 636 Bedarfsgemeinschaften betreut. Dies seien 775 weniger als im Vorjahr und eine Senkung um 67 im Vergleich zum September, erläuterte die Fachbereichsleiterin für Integration.

Allerdings gebe es auch besorgniserregende Signale. Anita Hauswald: "Wir haben mit dem Ende der Bürgerarbeit zu kämpfen." 150 Plätze habe es dort gegeben. Allein im Oktober und November seien 72 Frauen und Männer vom Auslaufen ihrer Stelle betroffen. Nicht jeder finde gleich im Anschluss einen neuen Job. Die Betroffenen würden nur noch wenige Gelegenhelten finden, um auf dem zweiten Arbeitsmarkt erneut Fuß zu fassen.