Ausnahmslos glückliche Gesichter auf Schloss Blankenburg. Auch eine Woche nach der Verleihung des Denkmalschutzpreises an den Rettungsverein wirken die Eindrücke noch nach und mischen sich in die Freude über einen Förderscheck zur Sicherung des Kirchenflügel-Daches.

Blankenburg l Denken die Helfer des Vereins "Rettung Schloss Blankenburg" an die vergangene Woche zurück, bekommen sie leuchtende Augen. "Das war eine solch tolle Veranstaltung", sind sie auch Tage nach der feierlichen Verleihung des Deutschen Denkmalschutzpreises des Lobes voll. Besonders beeindruckt zeigte sich die mehr als 20-köpfige Abordnung vom Ambiente des Krönungssals im Aachener Rathaus. Dort, wo zwischen 936 und 1531 insgesamt 31 deutsche Könige gekrönt wurden, nahmen sie stellvertretend für weitere 300 Mitstreiter die "Silberne Halbkugel" in Empfang. Mit diesem Preis, dem bedeutendsten auf dem Gebiet des Denkmalschutzes in Deutschland, wurde ihrem jahrelangen Engagement zur Rettung des Blankenburger Schlosses sprichwörtlich die Krone aufgesetzt.

Nur einer bekam die Halbkugel bis heute nicht zu Gesicht: Ausgerechnet André Gast, Geschäftsführer der gemeinnützigen Schloss GmbH, konnte am Montag nicht mit nach Aachen fahren und hatte auch nach der Rückkehr seiner Mitstreiter kein Glück. "Unser Präsident hat den Preis nach Braunschweig ,entführt`", merkte er scherzhaft an. Gast versprach aber, den Preis noch einmal öffentlichkeitswirksam auf dem Schloss zu präsentieren.

Immerhin durfte er am Donnerstag dann doch noch etwas entgegennehmen: einen Förderscheck. Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) überreichte die entsprechende Urkunde auf dem Schloss-Innenhof. Er versäumte es zuvor nicht, dem Verein zur Auszeichnung in Aachen zu gratulieren. "Ich war zuversichtlich, dass wir mit Blankenburg erfolgreich sein werden", sagte Dorgerloh. Denn sein Haus hatte die ehrenamtlichen Initiativen rund ums Schloss für den Denkmalschutzpreis vorgeschlagen - als beispielhaften Beitrag Sachsen-Anhalts.

Darüber fördert sein Ministerium die weiteren Sicherungsarbeiten in dem historischen Gemäuer. "Das Haus ist in guten Händen", so der Minister.

"Unser Ziel ist es, die Dächer dicht zu bekommen. Ein bisschen was liegt noch vor uns. Zwei Drittel sind schon geschafft", erklärte André Gast, der sich herzlich dafür bedankte, dass die Landesregierung trotz aller Kürzungen das Blankenburger Projekt nicht aus den Augen verloren hat. Insgesamt stehen dem Schlossverein inzwischen 500 000 Euro zur Verfügung, um das Dach des Kirchenflügels mit Schieferplatten abzudecken. Jeweils 150 000 Euro steuern Land und Bund bei, 75 000 Euro die Lotto-Toto GmbH, 25 000 Euro die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie 20 000 Euro die Blankenburger Stadtverwaltung.

André Gast verwies darauf, dass inzwischen über 5,5 Millionen Euro im Schloss verbaut worden sind. Dies sei gleichzeitig eine starke Wirtschaftsförderung für die Region, denn mit den Arbeiten seien vor allem Firmen aus dem Harzkreis betraut worden. Die Verleihung des Denkmalschutzpreises sei eine große Ehre, so der Schloss-Geschäftsführer: "Wir dürfen uns aber darauf nicht ausruhen. Wir werden weitermachen."