Wernigerode l Stau an der Krankenhauskreuzung in Wernigerode: Autofahrer, die in der Alten Poststraße nach links Richtung Westerntor abbiegen wollen, brauchen derzeit starke Nerven. Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr bis zur Roseninsel. "Der Stau von der Krankenhauskreuzung hat heute bis in den Altstadtkreisel gereicht", sagte der Wernigeröder Jochen Hänsch am Dienstag am Lesertelefon. "Die grünen Ampelphasen sind einfach viel zu kurz. Wenn es in Schierke künftig mal richtig gut läuft, wird es eng. Der Verkehr wird zunehmen und fließt auch über diese Kreuzung."

"Ich habe gestern Vormittag geschlagene fünf Ampellängen als Linksabbieger in der Alten Poststraße gestanden", berichtet André Weber. "Fast eine Viertelstunde. Das war doch früher nicht so schlimm, oder?" Die langen Staus auf der Alten Poststraße entstünden vor allem dadurch, dass die Ampelsteuerung manchmal zweimal Grün für die Linksabbieger von der Ilsenburger Straße aus Richtung Krankenhaus in Richtung Altstadtkreisel hat, bevor die Autos und Busse auf der Alten Poststraße endlich grünes Licht erhalten, vermutet derweil der Wernigeröder Dirk Fischbach.

Verantwortlich für die Ampelanlage ist die Landesstraßenbaubehörde in Halberstadt. "Wir sind uns des Problems bewusst und arbeiten intensiv an der Lösung", sagt Dirk Mathe auf Volksstimme-Nachfrage. Er ist zuständig für 170 Lichtsignalanlagen im Harz- und im Salzlandkreis. Bereits vor sechs Wochen sei ein Programm, das die Ampel steuert, umgestellt worden, um Radfahrern das schnellere Überqueren der drei Spuren in der Ilsenburger Straße zu ermöglichen (wir berichteten).

Nach der Umstellung sorgte ein Fehler für Staus in der Poststraße. Dirk Mathe ließ das Problem überprüfen. Dabei stieß sein Team auf eine defekte Zuleitung zu einer Induktionsschleife in der Kantstraße. "Wir hatten angenommen, dass wir den Fehler gefunden und behoben haben", sagt Dirk Mathe. Die defekte Induktionsschleife sei allem Anschein nach jedoch nicht die einzige Ursache gewesen. Gemeinsam mit einer Wartungsfirma müsse an der Kreuzung verfolgt werden, an welcher Stelle das Programm hakt. Das Problem könnte laut Dirk Mathe in einer fehlerhaften Verknüpfung im Quelltext liegen.

Ist die Technik mittlerweile zu kompliziert geworden? "Es ist wie mit den Autos", sagt der Ingenieur. "Früher konnte man fahren, schalten und blinken. Heute steckt das Auto voller Technik, man kann nichts mehr selbst reparieren." Genauso sei es bei den Ampeln. Mathe: "Früher gab es ein Festzeitprogramm. Doch das ist nicht mehr zeitgemäß. Heute sind die Ampeln voller Hightech und reagieren auf den Bedarf."

Induktionsschleifen, die in die Fahrbahn eingelassen sind, messen das Verkehrsaufkommen. Auf Grundlage dieser Daten werden die Ampelphasen automatisch angepasst: Bei viel Verkehr schaltet die Ampel schneller auf Grün, bei geringem Verkehrsaufkommen zeigt sie länger Rot.

Noch am Mittwoch soll der Fehler gefunden werden, sagt Dirk Mathe.