Seit Langem setzen sich die Händler der unteren Breiten Straße in Wernigerode für eine Verkehrsberuhigung an den Adventswochenenden ein. Auch in diesem Jahr hat die Stadtverwaltung ihnen eine Absage erteilt.

Wernigerode l Die Händler in der unteren Breiten Straße wünschen sich an den Adventssonntagen mehr weihnachtliches Flair. "Wir wollen am Weihnachtsmarkt teilhaben", sagt Thomas Storm, einer der Händler. "Warum soll es nicht möglich sein, den Bereich zu beleben?" Voraussetzung dafür sei eine Verkehrsberuhigung der unteren Breiten Straße.

Seit Langem kämpfen die Gewerbetreibenden dafür, die Straße an den umsatzstärksten Wochenenden des Jahres für den Autoverkehr zu sperren oder wenigstens die dort erlaubten 20 Stundenkilometer auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren. "Der Platz auf den Gehwegen reicht zu bestimmten Zeiten nicht aus", sagt Storm. Die Passanten, die aus Richtung Anger-Parkplatz in die Stadt und wieder zurück strömen, würden deshalb auf die Straße ausweichen. "Das hat sich am vergangenen Wochenende beim Schokoladenfestival gezeigt", so Storm. Bisher stießen die Gewerbetreibenden mit ihrer Idee bei der Wernigeröder Stadtverwaltung jedoch auf Granit.

"2012 hieß es, wir hätten den Antrag zu spät gestellt", blickt Thomas Storm als Verfechter der Verkehrsberuhigung zurück. Auch im vergangenen Jahr erhielten die Händler eine Absage, obwohl sie ihren Antrag diesmal rechtzeitig gestellt hatten. Im März haben sich deshalb Anwohner und Händler mit dem Oberbürgermeister getroffen. In dem Gespräch sei es um die Erläuterung für die Ablehnung und um eine mögliche Umgestaltung der Breiten Straße gegangen. "Dabei wurde uns von Peter Gaffert versichert, dass in diesem Jahr Veränderungen an den Adventssonntagen geprüft und eventuell umgesetzt werden."

Die Verwaltung habe das Anliegen der Händler intern geprüft, informiert Rathaussprecher Andreas Meling nun auf Volksstimme-Nachfrage. Polizei, Harzer Verkehrsbetriebe und Straßenverkehrsbehörde wurden um eine Stellungnahme gebeten. "In diesem Jahr wird es keine zeitweise Sperrung der unteren Breiten Straße an den Adventswochenenden geben", so Meling. Das habe die Prüfung ergeben. Durch eine Sperrung würden in Nebenstraßen wie Ringstraße, Pfarrstraße, Schäferstraße und Grubestraße Sackgassen ohne Wendemöglichkeiten entstehen. Auch wäre die Erreichbarkeit der Wohnquartiere erschwert. Die Busse könnten die untere Breite Straße nicht bedienen. Zudem wäre eine der Hauptrouten für den Radverkehr in die Innenstadt abgeschnitten.

Für Thomas Storm kommt die Absage wenig überraschend. "Es wird sich auch in diesem Jahr nichts ändern. Ein klares Nein ist eben doch schneller ausgesprochen, als ein `Ja, das versuchen wir mal`."

Übrigens: Die untere Breite Straße ist wichtiger Bestandteil des neuen Verkehrskonzepts für die Innenstadt, an dem die Stadtverwaltung zusammen mit einem Hannoveraner Ingenieurbüro seit 2012 arbeitet.