Wernigerode l Die Hinterlassenschaften von Hunden verschmutzen Gehwege, Grünflächen, Spielplätze und sogar die Fußgängerzone der bunten Stadt. Vielen Wernigerödern ist das seit Jahren ein Dorn im Auge.

Um der Verschmutzung Einhalt zu gebieten, hat Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich eine Art "Hundekot-Blitzermarathon" vorgeschlagen. "Wir würden Mitarbeiter des Ordnungsamtes eine Woche lang gezielt auf dieses Problem ansetzen - vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit den Regionalbereichsbeamten", sagte er im jüngsten Ordnungsausschuss. In dieser Testwoche könnten "extreme Kontrollen" stattfinden. Gleichzeitig könnte man versuchen, mit den Sündern ins Gespräch zu kommen.

Insgesamt 1578 Hunde leben zur Zeit in Wernigerode, dazu kommen die Vierbeiner der zahlreichen Touristen. Zwölf Tütenspender gibt es laut Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich in der Kernstadt und in den Ortsteilen. 2500Euro pro Jahr gebe die Stadtverwaltung für die Befüllung und Instandhaltung aus. "Die meisten Tütenspender stehen in der Innenstadt sowie im Lustgarten, im Wildpark `Christianental` und im Zwölfmorgental", so Fröhlich.

Problematisch sei derzeit die Befüllung. "Alle zwei Tage sind sie komplett leer", so Fröhlich. Er habe sich für das kommende Jahr zum Ziel gesetzt, die Tüten regelmäßiger nachfüllen zu lassen und weitere "Brennpunkte" Stück für Stück mit Spendern zu versehen.

Eltern hatten zuvor beklagt, dass beispielsweise der Spielplatz am Floßplatz in Hasserode gern von Hundebesitzern als Gassistrecke benutzt werde, und dort einen Tütenspender gefordert (wir berichteten). Wo weitere Spender benötigt werden, darüber wolle sich Fröhlich mit Gartenamt, Bauhof und den Wernigerödern selbst verständigen.

Nicht alle Ausschussmitglieder hielten eine Aufstockung der Tütenspender für den richtigen Weg. "Damit lösen wir das Problem nicht", sagte Mario Schlieper (parteilos, SPD-Fraktion). Er plädiere dafür, ein Hundeverbot auf Spielplätzen durchzusetzen. Tütenspender seien nicht erforderlich, wenn sich jeder Hundehalter korrekt verhalten würde, sagte Thomas Schönfelder (Linke). Es seien nur einige wenige, die die Regeln nicht befolgen. "Warum stellen wir keine Schilder auf, auf denen mit empfindlichen Strafen gedroht wird? Das geht anderswo doch auch." Solche Schilder würden die Unverantwortlichen nicht abschrecken, sagte Ausschusschef André Weber (CDU). "Wir können nicht jeden zur Rechenschaft ziehen. Es wird immer Hundehaufen geben."

Innerhalb der SPD-Fraktion ist indes eine Arbeitsgruppe zum Thema Hundekotverschmutzung gegründet worden, informierten Mario Schlieper und Tobias Kascha (SPD). Die Mitglieder wollen Ideen erarbeiten und diese dann von der Verwaltung nach Kosten und Nutzen prüfen lassen.