Wernigerode l Sollen mehr Schilder Autofahrern den Weg zum Naturdenkmal Steinerne Renne erleichtern? Auf diese Frage geben Volksstimme-Leser unterschiedliche Antworten. Auf den Artikel "Irrwege zur Steinernen Renne" vom 7. November reagiert Dany Berger aus Wernigerode mit der Schilderung eines Ausflugs. "Meine Familie und ich sind begeisterte Wanderer und Mountainbiker und viel im Harz unterwegs", erklärt sie. Auf der Bielsteinchaussee kämen ihnen jedes Mal Autos entgegen. Vor einer Woche seien es so viele gewesen, "dass wir wirklich Bedenken hatten, heil hinunter zu kommen. Zwölf Pkw kamen uns auf dem Weg vom Karlshaus über die Steinerne Renne bis zur unteren Bielsteinchaussee auf einer eigentlich nur für Forstfahrzeuge zugelassenen Straße entgegen."

Wegen schlecht einsehbarer Kurven konnten die Radler, obwohl sie langsam fuhren, oft nur knapp vor den Autos anhalten, um sie vorbeizulassen. Zudem seien auch Wanderer unterwegs. "Besonders an Stellen, wo die Bäume weg sind und der Hang rechts steil abfällt, ist es sehr gefährlich", schreibt Dany Berger. "Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis da etwas passiert." Klar sei: "Wird nicht eindeutig gesperrt, sehen es die Besucher der Steinernen Renne als Aufforderung, das Wort ,Hotelgäste` zu ihren Gunsten zu interpretieren und auch den Besuch der Gaststätte für eine direkte Anfahrt mit dem Auto zu legitimieren." Der Verkehr störe Natur und Gäste. "Keiner möchte bei seiner Wanderung oder Radtour in unseren schönen Wäldern ständig von Autos umgeben sein."

Andere Schwerpunkte setzt Herbert Riemeier. Der Wegewart des Harzklubzweigvereins Wernigerode betont, dass die Mitglieder nur die Wanderwege ausschildern könnten, die alle außerhalb der Stadt beginnen. Deshalb habe die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Klub an Westerntor, Anger und Holfelder Platz Hinweistafeln aufstellen lassen, an denen Wanderer Beschreibungen und Wanderkarten vorfinden, an denen sie sich orientieren können. Zudem seien in den vergangenen Jahren die Wanderwege komplett neu ausgeschildert worden. "Aus den Rückmeldungen von Wanderern wissen wir, dass sie sich auf diesen Wegen gut zurecht finden", so Riemeier.

Anders verhalte es sich mit Gästen, die im Hotel "Steinerne Renne" übernachten wollen. Diese erlebten bei der Anfahrt "unmögliche Verhältnisse". Die Familie Oeft, die das "einzigartige Ausflugsziel" bewirtschaftet, bemühe sich, eine Lösung zu finden und habe Stadtverwaltung, Harzkreis und Nationalpark sowie staatliche und private Forstbetriebe um Hilfe gebeten. "Seit Jahren ist es nicht möglich, eine einvernehmliche Lösung zu finden", so Riemeier. Es werde "nur darauf verwiesen, was laut entsprechender Gesetze nicht möglich ist". Das bleibe wohl so, weil "bei uns in Deutschland alles wunderschön bürokratisch geregelt ist und jeder sich damit entschuldigen kann, was alles nicht geht."

Wer jedoch die "Bedeutung der wunderbaren Naturlandschaft" erkenne, müsse "nach Lösungen suchen und nicht nach Ausreden". Hier sei die Stadtverwaltung gefragt, da das Gebiet zur Gemarkung Wernigerode gehöre.