Quedlinburg/Bad Suderode (dl) l Beim neuen Anlauf zur Privatisierung des Kurzentrums im Quedlinburger Ortsteil Bad Suderode kommt es zu zeitlichen Verzögerungen. Nach den Worten von Quedlinburgs Oberbürgermeister Eberhard Brecht (SPD) soll jetzt Ende Januar per Stadtratsbeschluss der Zuschlag an einen Käufer erfolgen. "Anschließend könnte bis Mitte Februar der Kaufvertrag unterzeichnet werden", präzisierte Stadtsprecherin Sabine Bahß den zeitlichen Fahrplan. Grund für die Verzögerungen - ursprünglich sollte der Verkauf bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein - sei die Verlängerung der sogenannten Interessentenphase von Mitte September auf Anfang Oktober gewesen.

Nach Angaben aus dem Quedlinburger Rathaus gibt es beim zweiten Privatisierungsversuch mehrere Interessenten. Details sind bislang unbekannt, nach dem Abschluss der Interessentenphase war lediglich von einem Wettbewerb unter den Bietern die Rede. Offen ist auch, ob Investoren aus China unter den Bewerbern sind. Gerüchten zufolge sollen Chinesen, die bislang über den Bau eines Vier-Sterne-Hotels mit Wellness-Bereich sowie eines Zentrums für traditionelle Chinesische Medizin in Blankenburg nachdenken, wohl Interesse an Bad Suderode haben. Anders, als in Blankenburg bekämen sie im Quedlinburger Ortsteil einen bestehenden Gebäudekomplex. Dieser muss aus Sicht von Experten jedoch massiv umgestaltet werden, um die Anlage profitabel zu betreiben.

Das 1996 eröffnete Kurzentrum war bislang nie aus der Verlustzone herausgekommen. Das Land hatte dem Kurort über Jahre hinweg Liquiditätshilfen gezahlt, um Defizite auszugleichen, diese Zahlungen später aber eingestellt und auf die Privatisierung des kommunalen Betriebs gedrängt. Bislang sind vom Land mehr als 16 Millionen Euro gezahlt worden. Das Kurzentrum ist seit Sommer 2013 geschlossen. Ein erster Privatisierungsversuch Ende vorigen Jahres ist gescheitert, da der Käufer den Kaufpreis nicht gezahlt hat.