Noch nie haben die Deutschen so viel Geld gespendet wie im vergangenen Jahr. Auch die Wernigeröder sind großzügig, wenn es um Vorhaben und Ziele geht, die Unterstützung verdienen.

Wernigerode l 4,7 Milliarden Euro haben die Deutschen im Jahr 2013 gespendet - das ist Rekord. Während bundesweit viele Menschen Geld gaben, um die Folgen der Flutkatastrophe zu bewältigen, sind auch viele bereit, für Projekte vor ihrer Haustür zu spenden.

So lebt etwa die Ökumenische Wärmestube im Haus Gadenstedt von Spendengeldern. Rund 4000 Euro pro Jahr kommen für die Einrichtung zusammen, erklärt Edelgard Gerlach von der evangelischen Kirchengemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen. "Wenn es richtig kalt wird, erinnern sich die Leute an unsere Einrichtung und spenden", sagt sie.

Viele gäben außerdem seit Jahren regelmäßig Geld für die Ausbildung eines palästinensischen Jungen, der ohne die Unterstützung aus dem Harz seine Ausbildung nicht fortsetzen könnte. Auch für die weitere Sanierung von Haus Gadenstedt und für die Weihnachtskrippe werde gespendet, vor allem wenn bei Veranstaltungen wie den Jubelkonfirmationen dafür geworben wird.

Das Haus der Diakonie "Guter Hirte" hat einen festen Stamm von Gebern. "Es sind Angehörige von Menschen, die wir betreuen, und Freunde des Hauses", erklärt Leiter Jens-Uwe Pfalzgraf. Deren Großzügigkeit sei nicht von Moden abhängig. Zwischen 2000 und 3000 Euro erhält das Heim für geistig behinderte Menschen pro Jahr von seinen Gönnern.Diese können immer wieder für konkrete Vorhaben spenden. "Wenn wir sagen, wofür es ist, geben sie mit fröhlichem Herzen." Viele Einrichtungen würden es spüren, wenn die allgemeine Hilfsbereitschaft sich etwa nach einem Hochwasser auf die notwendige Katastrophenhilfe konzentriere.

Manchmal kommen aber auch globale Trends den örtlichen Initiativen zugute. So habe der Verein für krebskranke Kinder Harz von der sogenannten Ice Bucket Challenge profitiert, berichtet der Vorsitzende Avery Kolle. Viele hätten die Herausforderung angenommen, sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf geschüttet und über die Internetplattform Facebook angekündigt, für den Verein Geld zu geben. "Diese Spenden sind tatsächlich eingegangen", so Kolle. Ansonsten beobachte er eine Verschiebung: Es gingen weniger Großspenden, dafür

aber mehr kleine Beträge ein. "Das hebt sich im Ergebnis auf."

Umgekehrt ist es beim Förderverein für die Wernigeröder Kinderklinik. "Der Verein wird traditionell gut bedacht", sagt der Vorsitzende André Boks. Das liege sicherlich daran, dass sich viele mit dem Anliegen identifizieren. "Wenn es um Kinder geht, fühlen sich viele angesprochen." Der Finanzbedarf von 4000 bis 5000 Euro pro Jahr konnte bisher immer gedeckt werden. "Das ist sehr beruhigend."