Der Bibliotheksförderverein sieht sich nicht in der Lage, die Blankenburger Stadtbücherei in Eigenregie zu übernehmen. Die Mitglieder fordern weiter den Erhalt der Kultureinrichtung in Trägerschaft der Stadtverwaltung und am jetzigen Standort.

Blankenburg l "Ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Blankenburg" nennen die Mitglieder des Bibliotheksfördervereins die bekannt gewordenen Pläne zur Umstrukturierung der Bücherei. In einem Gespräch mit Vereinschef Dr. Konrad Mink- ner und Vorstandsmitglied Christel Schmeer hatte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) noch einmal betont, dass die Bibliothek nicht geschlossen werden soll, sondern ein neues Betriebsmodell über die Arbeitsfördergesellschaft (AfG) Harz an einem neuen Standort gesucht werde. Ziel sei die Senkung von Personal- und Betriebskosten.

Aus Sicht des Bibliotheksfördervereins sei ein Umzug illusorisch und koste unnötig Geld. "Der Standort hinter der Stadtverwaltung ist so schlecht nicht", sagt Konrad Minkner, der sich keiner konzeptionellen Neuausrichtung sperre. Ganz im Gegenteil. Allerdings hätten sich seine Mitstreiter gewünscht, eher über solch einschneidende Pläne informiert zu werden. "Halberstadt und Ilsenburg haben auch mit ihren Haushalten zu kämpfen, aber dort funktioniert`s", erklärt Minkner.

Außerdem, so erinnert Christel Schmeer, seien es die Vereinsmitglieder, die mit ihren Aktionen dafür sorgen, dass die Bücherei einen Großteil neuer Medien anschaffen könne. Mit Lesewettbewerben und Schulveranstaltungen wirken sie erfolgreich bei Kindern, um sie an Bücher heranzuführen und zum Lesen zu animieren. "Wir sind dem immer geforderten Auftrag an die Bibliotheken, das Lesen zu fördern, sehr gerecht geworden", ist Christel Schmeer überzeugt. Auch wenn es aktuell nur 358 eingetragene Leser in der Bücherei gebe, seien die 18 500 getätigten Ausleihen pro Jahr doch eine stolze Zahl. Außerdem bemühe sich die Gruppe um das Einrichten einer internetgestützten "On-leihe". Dafür seien 1500 Euro vorgesehen, die sie bei einem Wettbewerb der Stadtwerke gewonnen hat: "Die Pläne der Stadt untergraben aber solche Aktivitäten."

In einer Sondersitzung hätten sich die Vereinsmitglieder darauf verständigt, weiterzuarbeiten - vorausgesetzt, dass die Bücherei bestehen bleibt und sie in die Verhandlungen mit der AfG eingebunden werden. Eine Übernahme in eigene Trägerschaft könne der 13 Mitglieder starke Verein nicht leisten: "Wir wollen uns aber weiter dafür stark machen, dass die Bibliothek erhalten bleibt."

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