Der Tourismustag in Halberstadt ist eine gelungene Werbung für die Domstadt und den Harz gewesen. Tagung, Rahmenprogramm sowie Preisverleihung und Gala-Menü verliefen reibungslos und zur Zufriedenheit der rund 170 Gäste.

Halberstadt l Der goldene Tourismuspreis des Landes war den Harzern nicht vergönnt. "Trotzdem freuen wir uns", sagte Carola Schmidt. Vor zwei Jahren durfte die Chefin des Tourismusverbandes Harz den Siegerpreis für die Marketingoffensive "Typisch Harz" in Empfang nehmen. Diesmal hatte sich der Verband mit einem Träger des Qualitätssiegels - der Harzköhlerei Am Stemberghaus - beworben.

Der Familienbetrieb bei Hasselfelde, der sich dem historischen Köhlerhandwerk verschrieben hat, schaffte es immerhin unter die zehn Nominierten für den Preis. Beworben hatten sich 33 Touristiker. Somit ist die Köhlerei, die von den Zwillingsbrüdern Immo und Sascha Feldmer geführt wird, im Werbefilm zu sehen. Den hat die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes auf dem Tourismustag am Mittwoch in der "Villa Heine" erstmals präsentiert. Nach der Premiere ist der Imagefilm auf Youtube zu sehen.

Bei seiner Premiere weckte der Streifen auf Anhieb das Interesse im Saal. Für Immo Feldmer eine gute Gelegenheit, unter den 170 geladenen Gästen aus ganz Sachsen-Anhalt für die Köhlerei und speziell für das Programm zur Weihnachtszeit zu werben. "An den ersten drei Adventswochenenden veranstalten wir unsere Köhlerweihnacht mit dem traditionellen Tannenbaumschlagen", sagte Feldmer.

In den Fokus rückten sich an dem feierlich in Szene gesetzten Abend auch die Halberstädter selbst. Allen voran die Gewinner des Sonderpreises - Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Stadt-Information. Für die entwickelte Applikation für Smartphones und Tablet-Geräte hatten die Jurymitglieder viel Lob übrig. Insbesondere der Anspruch, mit der Anwendung nun auch Übernachtungsofferten direkt buchen zu können, kam gut an. Und nicht nur sie. Positiv erwähnt wurde auch die nahezu allumfassende Barrierefreiheit.

"Uns geht es einmal um bauliche Barrierefreiheit beim Reisen sowie beim Besuch von Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen. Parallel dazu sollen auch Menschen mit Handicaps beim Sehen und Hören unsere App problemlos nutzen können", skizziert Christiane Strohschneider das Anliegen der jüngsten Weiterentwicklung.

Die 53-jährige Chefin der Stadtinformation ist eine der Mütter der Halberstadt-App schlechthin. "Als ich 2010 auf der Internationalen Tourismus-Börse erstmals eine solche Applikation sah, war ich sofort Feuer und Flamme - das müssen wir auch haben", erinnert sie sich. Noch von Berlin aus habe sie Jeannette Schroeder, die Verantwortliche für neue Medien im Rathaus, angerufen und mit ihrer Begeisterung angesteckt. Wenig später rannten die beiden Frauen bei den städtischen Wirtschaftsförderern offene Türen ein. 2011 ging die erste Halberstadt-App an den Start.

Für Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) war der Tourismustag eine "tolle Werbung" für die Stadt und den gesamten Harz. Er sei sehr stolz auf die Auszeichnung für Halberstadt, aber auch darauf, dass die Großveranstaltung in der "Villa Heine" so reibungslos verlaufen sei. "Vielfach habe ich Lob von den Gästen gehört", so Henke.

Die Teilnehmer an der Abschluss-Veranstaltung wurden von 15 Köchen mit einem Gala-Dinner überrascht (siehe Infokasten). Für Markus Söchting zwar keine neue, aber doch "spannende Herausforderung". Der Brauhausleiter der "Villa Heine" schätzte ein: "Unser Haus hat mit Sicherheit an Bekanntheit gewonnen."

Und damit der Harz in guter Erinnerung bleibt, wurde den Jurymitgliedern mit der Genießerbox "Typisch Harz" für ihr Engagement gedankt. Das Paket mit Erzeugnissen aus der Region ist für Tourismuschefin Carola Schmidt eine "tolle Geschenkidee" zu Weihnachten.

   

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