Wernigerode l Wenn es um Parks und Waldflächen geht, ist Wernigerode eine grüne Stadt. Das soll sich künftig auch in der Energiebilanz widerspiegeln. Ein Klimaschutzkonzept soll dabei helfen, den Kohlenstoffdioxidausstoß und Stromverbrauch zu verringern und die erneuerbaren Energien auszubauen. Das Papier ist am Montag im Rathaus vorgestellt worden. Ein Jahr hat die Erarbeitung des knapp 200 Seiten starken Konzeptes gedauert.

Grundlage für den Plan war eine Analyse der Ausgangssituation in Wernigerode im Jahr 2012. Projektleiterin Katharina Graweloh präsentierte dem Publikum im Rathaus am Montag interessante Zahlen und Fakten rund um die Energieversorgung in Wernigerode: 1287995Megawattstunden Energie aus Strom, Brenn- und Kraftstoffen verbrauchten die Wernigeröder in einem Jahr. Damit liege die Stadt trotz reger Wirtschaft im guten deutschen Mittelfeld.

Gut die Hälfte des Energieverbrauchs geht auf das Konto regionaler Unternehmen. Ein Viertel wurde im Straßenverkehr verbraucht, 24Prozent in den privaten Haushalten - und gerade einmal ein Prozent verbrauchte die Verwaltung im Rathaus und Neuen Rathaus. Im Jahr 2012 zählte das Büro 11,54Tonnen CO2-Emissionen pro Einwohner. Damit liegen die Wernigeröder zwar unter dem Schnitt in Sachsen-Anhalt (zwölf Tonnen), aber über dem bundesweiten Durchschnitt (zehn Tonnen). Nur acht Prozent des Stromverbrauchs wird derweil aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt.

Katharina Graweloh und Reiner Tippkötter von dem Beratungsunternehmen aus Greven in Nordrhein-Westfalen hatten in fünf Workshops in der Remise gemeinsam mit den Bürgern nach Energie-Einsparmöglichkeiten gesucht. Zwei der Ziele seien es, die regenerativen Energien in der Stadt bis 2030 von derzeit acht auf 20Prozent zu steigern und den Kohlenstoffdioxidausstoß um 15 Prozent zu senken, sagte Graweloh. Ihr Büro legte einen Katalog an Projekten vor, mit dem die Energiebilanz der Stadt verbessert werden soll: Mehr Erdgas- und Elektrofahrzeuge sollen vor allem bei kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken eingesetzt werden. Die Verwaltung soll auch prüfen, ob ein umweltfreundliches Blockheizkraftwerk im Schwimmbad in der Weinbergstraße genutzt werden kann.

Katharina Graweloh unterstrich, dass jeder Bürger beim Klimaschutz gefragt sei. So sei die Sanierung der Fachwerkgebäude ein zentrales Thema, um den Energieverbrauch zu senken. Unterstützen soll die Verwaltung bei der Umsetzung des Konzeptes ein Klimaschutznetzwerk. Graweloh und Tippkötter empfehlen darüber hinaus, einen Klimaschutzmanager für drei Jahre einzustellen, der die Projekte koordiniert.