120 Sängerinnen und Sänger haben gemeinsam ein ganz besonderes Konzert im Gymnasium "Am Thie" gestaltet. Sie gratulierten sich quasi selbst zum 20-jährigen Bestehen des Blankenburger Gospelchores.

Blankenburg l Den Gospelchor des Blankenburger Gymnasiums "Am Thie" (GAT) gibt es seit genau 20 Jahren. Am Wochenende wurde daher ganz groß mit ehemaligen singenden Gymnasiasten, heutigen Chormitgliedern und vielen Gästen gefeiert. Etwa 120 Sängerinnen und Sänger standen dirigiert von Chorleiterin Ortrud Baldovski auf der Podiumbühne im Atrium des GAT. 370 Zuschauer verfolgten begeistert das musikalische Geschehen.

Vor dem Konzert blickte Schulleiter Dr. Bernd Büchel aus gegebenem Anlass auf die zwei Jahrzehnte seit der Chorgründung zurück. In dieser Zeit gab es unzählige Konzerte. Nicht nur in Blankenburg und der näheren Umgebung. Seit dem ersten Schulkonzert am 26. Oktober 1994 waren es bis heute 475 Auftritte, die bescheiden hochgerechnet weit mehr als 33 000 Zuhörer in Konzertsälen, im Freien, in Kirchen, in Schulen, in Alters- und Kureinrichtungen begeistert haben. Nicht wenige Auftritte führten die Chormitglieder zusammen mit Partnerchören, Laienmusikern und Profis in fast alle Regionen Deutschlands, aber auch nach Schottland, Nordirland und sogar bis an den Polarkreis.

Hervorgegangen war der Gospelchor aus einer kleinen Gruppe des einstigen Stammchors am GAT. "Schnell wurde daraus ein Kulturbotschafter unserer Schule und der Stadt Blankenburg", betonte Schulleiter Bernd Büchel in seiner Jubiläumsansprache und bedankte sich dabei auch bei Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) für dessen stets hilfreiche Unterstützung.

"Menschlichkeit und Weisheit", diesen Leitspruch seiner UNESCO-Projektschule habe sich auch der Gospelchor auf die Fahnen geschrieben. Daher übernahmen und übernehmen die Sängerinnen und Sänger selbst soziale Verantwortung und gestalten beispielsweise regelmäßige Benefizkonzerte in Senioreneinrichtungen, für eine Partnerschule in Sansibar, für geschädigte Kinder der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, für die Hochwasseropfer aus jüngster Vergangenheit an Elbe und Saale, für Kirchenrekonstruktionen sowie für Katastrophenopfer in Pakistan und auf den Philippinen.

Unter den ehemaligen Sängerinnen und Sängern, die an der Jubiläumsfeier teilnahmen, waren viele frühere Gymnasiasten, die heute in ganz Deutschland leben und arbeiten. Auch ein Ehemaliger aus Schweden war angereist sowie ein Schüler aus Prag, der eigentlich gerade einmal zehn Wochen als Gast am GAT lernte, aber in dieser Zeit solch enge Verbindung zur Schule und der Stadt gefunden hat, dass er gleich mit seinen Eltern in die Harzstadt kam. Zum Jubiläumskonzert wirkte er als Pianist mit.

Einen besonderen Applaus und einen großen Blumenstrauß erhielt schließlich Ortrud Baldovski. Dem unermüdlichen Engagement der Musiklehrerin des GAT ist es zu verdanken, dass der Gospelchor einst ins Leben gerufen wurde und aus dem Kulturgeschehen der Stadt bis heute nicht mehr wegzudenken ist. Dabei beschritt Ortrud Baldovski ganz neue musikalische Wege - jenseits der klassischen Chormusik. Mit den vielseitigen, sehr rhythmischen und kraftvollen Gospels und Spirituals trifft sie nach wie vor den Nerv ihrer jungen Sänger und des Publikums.

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