Wernigerode l Die Wernigeröder Seniorenvertretung ist ein Aktivposten im Leben der Stadt. Kurse für Computer und Handy, Schwimmen und Fitness, "Jung und Alt auf Reisen", Generationencafé - in 20 Jahren hat der Verein zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt, die sehr gut angenommen werden, berichtet die Vorsitzende Renate Schulze. Dafür erhielt die Seniorenvertretung bereits im März den Bürgerpreis der Stadt. Mit einer Festveranstaltung im Wernigeröder Rathaus werden am heutigen Freitag die Verdienste des Vereins gewürdigt.

Den Festvortrag hält der Rektor der Hochschule Harz, Professor Armin Willingmann.

Grußworte richten Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und Hans-Dieter Herold, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates, an das Publikum. Geehrt werden die Gründungsmitglieder, von denen einige - wie Anita Heinrich, Ilse Querner und Erhard Walter - weiterhin aktiv mitarbeiten. Dies übernimmt Rita Ahrens, die zweite Vorsitzende der Seniorenvertretung.

Für die mehr als 10000 Einwohner in Wernigerode, die die 60 überschritten haben, organisiert die Seniorenvertretung Veranstaltungen und Aktionen zu ganz unterschiedlichen Themen. Ein Renner sind die Fahrten unter dem Motto "Jung und Alt auf Reisen", die zusammen mit Studenten der Hochschule Harz organisiert werden. "Wir können uns vor Anmeldungen kaum retten", sagt Renate Schulze. Auch Vorträge zu Patientenverfügung und Erbrecht ziehen zahlreiche Zuhörer an, ebenso die Vorlesungen im Rahmen der Generationenhochschule. "Wir haben über die Jahre immer mehr Zuspruch erhalten", sagt die 77-jährige Vorsitzende. "Ich freue mich immer, wenn jemand zu uns kommt, den ich noch nicht kenne."

Seit 1999 ist Renate Schulze die Vorsitzende und das Gesicht der Gruppe, die zunächst als Seniorenbeirat und nach der Vereinsgründung 2002 als Seniorenvertretung firmierte. Diese zählt 35 Mitglieder, hat aber wie viele Vereine mit dem demografischen Wandel zu kämpfen. "Das Gute ist, dass sich auch Jüngere, die gerade aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, für unsere Arbeit interessieren", sagt Renate Schulze. Fünf neue Mitglieder zwischen 60 und 70Jahren habe der Verein in den vergangenen fünf Jahren aufgenommen. Darüber ist die Vorsitzende froh. "Die Seniorenvertretung wird nicht wegen Überalterung aussterben."