Trautenstein (bfa) l Das Naturbad und dessen Erhalt findet bei Trautensteins Einwohnern wenig Interesse.

Das zeigt das Ergebnis der von Ortschaftsrat und Bürgermeister Ralph Pavlitschek (parteilos) initiierten Befragung. Lediglich 92 der 436 Einwohner der Oberharzortes haben ihren Fragebogen zu dem Thema zurückgeschickt.

Unter diesen 92 Wortmeldungen sprechen sich lediglich 52 Einwohner für den Erhalt des Naturbades am Schützenhaus aus und würden dafür auch Spenden geben - etwa zehn Euro pro Jahr. "Das wären dann 520 Euro im Jahr, dafür kann die Badestelle nicht erhalten werden", sagte Pavlitschek in einem ersten Resümee gegenüber der Volksstimme.

27 weitere Trautensteiner sind für den Erhalt des idyllischen Naturbades, würden aber nichts dafür spenden. Elf Einwohner sprechen sich klar dafür aus, das Naturbad nicht zu erhalten. Zwei Einwohner haben Ja und Nein angekreuzt, was als ungültig gewertet wird. Es sei daher derzeit noch völlig offen, stellt der Ortsbürgermeister fest, ob und wie das Naturbad in Trautenstein erhalten werden kann

Hintergrund der Umfrage sind Bemühungen der Stadt, alle Freibäder durch die Übertragung des Betriebs an Vereine zu erhalten. Der Zwang dazu resultiert aus der klammen Haushaltslage und daraus, dass für die als freiwillige Aufgabe geltende Badbetreibung kein Geld ausgegeben werden soll.

In Elend und Rübeland werden die Freibäder deshalb schon seit einem Jahr von Vereinen geführt. In Elbingerode ist ein Verein am Start. In Hasselfelde findet sich kein Verein. Der Ortsrat wendete eine Übertragung ab, weil der Schaden durch Schließung des Bades aus seiner Sicht größer wäre, als wenn es städtisch weiter betrieben würde (Mittwochausgabe). Die Sache kommt erneut in den Stadtrat.

In Trautenstein seien die drei Vereine im Ort mit 90 Mitgliedern (Schützen), 48 Mitgliedern (Feuerwehr) und 32 Mitgliedern (Harzklub) nicht zu einer Übernahme des Badebetriebs in der Lage, so die Einschätzung. Angesichts des geringen Bürgerinteresses könnte die Badestelle auch zum Dorfteich werden, wird diskutiert. "Das wäre dann aber nicht im Sinne der Zukunftssicherung für unsere Tourismusgegend", so Bürgermeister Pavlitchek. Er hatte sich bei der Mitgliederversammlung des Badvereins in Rübeland und auch bei der Ablehnung einer Vereinsübernahme im Hasselfelder Ortschaftsrat sachkundig gemacht. "Wir planen nun noch eine Bürgerversammlung zu dem Thema", so Pavlitschek."Anfang nächsten Jahres wollen wir dann im Rat endgültig über die Zukunft unseres Naturbades entscheiden.

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