Stiege l Der Blick vom Mühlberg auf den Ort und den Oberen Teich ist idyllisch. Der Blick, der sich auf dem Berg selbst bietet, ist weniger erhebend. Auf einem großen Schutthaufen mischt sich Grünschnitt mit rostigen Blecheimern, Plastikmüll und Autoreifen. Auf einem ausrangierten Toilettensitz geht die Sonne unter. "Es ist kaum zu glauben, dass Leute dort einfach alles hinwerfen, was sie entsorgen möchten", sagte Ortsbürgermeister Helmut Hoppe (Wählergemeinschaft Heimat Stiege) in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.

Nicht nur Stieger sondern auch Auswärtige laden ihren Müll am Mühlberg ab, hat Ortschaftsratsmitglied Alexander Haupt (Wählergemeinschaft Heimat Stiege) beobachtet. "Hier findet ein regelrechter Mülltourismus statt." Dabei ist klar: Wer ablädt, macht sich strafbar. "Wenn wir jemanden auf frischer Tat ertappen oder entsprechende Hinweise erhalten, dann werden wir rigoros vorgehen", kündigte Frank Damsch (SPD), Bürgermeister der Stadt Oberharz, an.

Denn das Gelände, auf dem die Stieger über Jahrzehnte hinweg Grünschnitt abgeladen haben und auf dem jährlich das Osterfeuer angezündet wurde, ist seit Ende Oktober gesperrt. Die Stadtverwaltung hat entsprechende Hinweisschilder aufstellen lassen.

"Es hat sich gezeigt, dass die Fläche in Privatbesitz ist", erklärt Bürgermeister Damsch auf Volksstimme-Nachfrage. Er habe die Überprüfung veranlasst, weil wegen des Müllproblems gehandelt werden musste. Allerdings konnte die Familie, der das Areal laut Grundbucheintrag gehört, bisher nicht gefunden werden.

Doch ungeachtet dessen müsse am Mühlberg Schluss sein, betonte Frank Damsch. "Das passt in keinen gesetzlichen Rahmen. Da kann man kein Auge zudrücken." Einmal hätten Bauhofmitarbeiter bereits die gesammelten Grünabfälle zusammengeschoben, die Feuerwehr habe sie kontrolliert abbrennen lassen. Ein zweites Mal sei das nicht möglich. "Es brennt einfach nicht. Da ist zu viel Erde und Asche drin", erklärt Gerhard Lutze (SPD). "Die Fläche muss so schnell wie möglich beräumt werden."

Das sieht auch Damsch so. Nach der Grundberäumung solle die Stadtverwaltung das Gelände absperren, sodass es nicht mehr angefahren werden kann. Die Stieger haben dann mehrere Möglichkeiten, ihren Grünschnitt zu entsorgen. Entweder über die Sammlung, die zweimal pro Jahr stattfindet, über die kostenpflichtigen grauen Säcke, in kleinen Mengen über die Restmülltonne oder im Wertstoffhof. Ob der Entsorger zu bestimmten Terminen im Ort Container aufstellen könnte, müsse noch geklärt werden. "Andernorts haben wir damit gute Erfahrungen gemacht", so Damsch. Kosten dürften für die Stadt aber nicht entstehen. Beim Bauhof einen Behälter bereitzuhalten, sei keine Option, sagte Ortschef Hoppe. "Wenn man einen Container aufstellt, werfen die Leute sonst was rein."

 

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