Güntersberge l Die brennende Lagerhalle der Landgut Güntersberge GmbH am Ortsrand von Güntersberge ist am Freitag gegen 20.30 Uhr von einem Autofahrer entdeckt worden. Als die ersten alarmierten Feuerwehren wenige Minuten später vor Ort waren, sei schnell klar gewesen, dass die Halle mit landwirtschaftlicher Technik in der Bärenröder Straße kaum noch zu halten ist, berichtet Vize-Stadtwehrleiter Patrick Jentsch: "Die Halle brannte zu diesem Zeitpunkt bereits in voller Ausdehnung."

Einsatzkräfte verhinderten das Übergreifen der Flammen

Die Kameraden hätten sich zunächst darauf konzentriert, das Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Firmengelände zu verhindern. Baumaterial und Kunststoffteile, die dort gelagert waren und teilweise bereits Feuer gefangen hatten, seien schnell gelöscht worden. "Als später die Löschwasserversorgung voll aufgebaut war, wurde auch die eigentliche Lagerhalle abgelöscht." Die drei landwirtschaftlichen Großgeräte sowie eine Presse, die dort untergestellt waren, seien ebenso wie die Halle komplett zerstört worden, so Patrick Jentsch.

Jutta Kalt, Geschäftsführerin der Landgut Güntersberge GmbH, hatte die schockierenden Bilder vom Freitagabend am Wochenende noch vor Augen. Von der Lagerhalle seien lediglich Teile der Mauern erhalten geblieben. "Der Dachstuhl sowie die Tore brannten komplett nieder", so die entsetzte Unternehmerin. Neben Schleppern und Traktoren seien auch ein Mulcher sowie eine Rundballenpresse beim Feuer komplett zerstört worden. "Ich schätze den Sachschaden auf mindestens 800 000 Euro", sagte sie.

Ob diese Summe letztlich reche, sei allerdings völlig offen. Das Gebäude sei mit Asbestplatten eingedeckt gewesen. Diese Reste müssten nun von Fachfirmen teuer als Sondermüll entsorgt werden. Hinzu kämen Diesel und Öl, die beim Feuer ausgelaufen seien und das Erdreich verseucht hätten. "Wir müssen am Montag sehen, inwieweit wir die Erde austauschen müssen", so die Unternehmerin.

Es sei trotz aller Tragik ein Glücksumstand, dass das Feuer im Bereich dieser Lagerhalle ausbrach und nicht auf der anderen Seite der Straße. Dort befinde sich neben dem Firmenbüro auch der Stall mit bis zu 400 Mutterkühen und Kälbern. "Für deren Versorgung benötigen wir den zerstörten Traktor. Hier haben mir die Kollegen von der Agrargenossenschaft Siptenfelde, mit der wir kooperieren, bereits Hilfe zugesagt."

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist die Ursache des Feuers bislang völlig unklar. Aufgrund der extremen Hitze im Brandbereich könnten die Experten der Kriminalpolizei ihre Untersuchungen vor Ort erst am Montag beginnen. Nach den Worten von Jutta Kalt liegt in der Lagerhalle lediglich ein Stromanschluss für die Beleuchtung an.

Das Feuer habe allerdings auch eine benachbarte Trafostation, über die sowohl der Kuhstall als auch die Firmenbüros versorgt werden, zerstört. "Die Versorgung hat ein Elektriker am Sonnabend erst einmal provisorisch repariert." Dafür dankt die Unternehmerin ebenso wie den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr Güntersberge, die nach dem eigentlichen Löscheinsatz ab 1 Uhr nachts noch die Brandwache übernommen hätten.

Die Landesstraße zwischen Güntersberge und Friedrichsbrunn musste aufgrund der Löscharbeiten in der Nacht zum Sonnabend für mehrere Stunden voll gesperrt werden.

Vor Ort waren die Feuerwehren aus Güntersberge, Siptenfelde, Harzgerode und Friedrichsbrunn mit insgesamt 57 Kameraden sowie Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Da in der Halle auch Heizöl gelagert war, zog die Feuerwehr während der Brandbekämpfung Vertreter des Kreis-Umweltamtes hinzu. Der Einsatz der letzten Feuerwehren war am Sonnabend gegen 4 Uhr beendet.

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