Not macht erfinderisch. So auch in Derenburg, wo aus alten, nicht mehr verwendbaren Brückenbohlen mehrere Sitzbänke im Stadtgebiet repariert wurden.

Derenburg (jmü) l "Das ist wirklich eine schöne Sache. Die Bank wird von vielen gern genutzt", sagen Helga Herrschaft und Christa Werkmeister. Die beiden Seniorinnen freuen sich über die neue Rundbank, die kürzlich an der Urnengemeinschaftsanlage auf dem Derenburger Friedhof aufgestellt wurde. Zu verdanken haben sie dies Bürgermeister Reinhard Brandt und weiteren aktiven Derenburgern, die aus der Not eine Tugend machten.

"Ende der 1990er Jahre war eine mobile Gatteranlage im Derenburger Wald tätig. Dort wurde Holz für eine kleine Fußgängerbrücke über den Mühlengraben zur Badeanstalt gesägt. Doch sowohl die Derenburger als auch die spätere Nordharzer Verwaltung haben es nicht geschafft, den Übergang bauen zu lassen", erinnert sich Reinhard Brandt. Hoffnung keimte mit der Eingemeindung nach Blankenburg auf. "Es wurde ein neuer Versuch gestartet, aber es gab keine Unterlagen mehr über die Konstruktion der alten Brücke", erklärte Brandt. Ursprünglich wollte die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Arbeitsförderungsgesellschaft (AfG) Harz in Elbingerode und einer Derenburger Tischlerei mit der Rekonstruktion beginnen. "Doch das Holz war dafür nicht mehr zu nutzen", so der Bürgermeister. Die Bohlen waren wohl nicht fachgerecht gelagert worden. Sie hatten bereits Verwerfungen und Fäulnisspuren. So wurde überlegt, wie das noch brauchbare Holz verwendet werden könnte.

Nach Rücksprache mit dem Technischen Eigenbetrieb Blankenburg (TEB) konnten einige Wünsche im Ort erfüllt werden. So fertigten Reinhard Möschter, Ferdinand Goihl und Reinhard Brandt einen Holzverschlag für die Geräte und Bälle der Frauengymnastikgruppe. Darüber hinaus wurden zwei Bänke an der Bushaltestelle Halberstädter Straße erneuert und zum 20. Jahrestag des Bestehens des Seniorenkreises und des Schützenvereins zwei neue Sitzgruppen gebaut und aufgestellt. Ebenso eine neue Rundbank auf dem Friedhof und eine Bank auf dem Kinderspielplatz am Schützenwall. Zum 110-jährigen Bestehen der Schule an der Bleiche erhielten die Kinder eine Ehrenbank, die durch Tischlermeister Jörg Moshake, Reinhard Möschter, Reinhard Brandt und Hausmeister Gerald Weinhonig mit Unterstützung des TEB gefertigt und aufgestellt wurde.