Die Kirche in Königshütte ist fertig. Nach zehn Jahren Sanierung ist das Gotteshaus für die kommenden Jahrzehnte gerüstet. Am Wochenende ist das mit einem Festgottesdienst gefeiert worden.

Königshütte l Das war eine Punktlandung. "Am Freitag waren noch die Maler da und der Ofensetzer hat bis in die Nacht die letzten Fugen gefüllt", berichtet Pfarrer Ernst-Ulrich Wachter. Doch als am Sonnabendnachmittag die Königshütter Kirche ihre Türen für die Gäste öffnete, war alles bereit. Nach zehn Jahren ist das Gotteshaus komplett saniert. Mit einem Festgottesdienst feierte die Gemeinde den Abschluss der Bauarbeiten. Anschließend wurde in den Garagen gegenüber gefeiert, abends spielte das Weltmusikensemble iocus vivendi in der Kirche.

Vor vollbesetzen Bänken predigte Wachter über die Ankunft des Herrn im Advent, dem die Gläubigen ihre Türen öffnen sollten. Dass sich diese in Königshütte nun in bestem Zustand befinden, sei zwar nicht entscheidend, aber schön. "Es ist etwas Besonderes, sagen zu können, dass eine Kirche komplett durchsaniert ist", so Wachter.

Rund 390000 Euro hat die Instandsetzung des Gotteshauses gekostet. Davon wurden die Glockenanlage, Fenster, Fassade, Dach, Winterkirche und das Tragwerk der Seitenwände erneuert. Den Löwenanteil der Kosten hat mit fast 150000 Euro der Kirchenkreis Halberstadt übernommen. "Wenn es ein gutes Nutzungskonzept gibt, tun wir das gern - gerade wenn eine so lebendige Gemeinde dahintersteht", sagte Superintendentin Angelika Zädow, die ein Grußwort sprach. Förderung der EU gab es über das Leader-Programm. Zusammen mit der Stadtverwaltung wurden die Außenanlagen in Ordnung gebracht. "121000 Euro hat unsere kleine Gemeinde selbst aufgebracht", betonte Wachter.

Dafür mussten sich die Königshütter von anderen Besitztümern trennen. Die Gemeinde verkaufte Pfarrhaus und Gemeinderaum und konzentrierte sich auf die Kirche. "Das war einfach notwendig", sagte die Vorsitzende des Königshütter Kirchenvorstandes, Brunhilde Peters. "Für eine kleine Gemeinde wie unsere ist es zu viel, mehrere Gebäude zu unterhalten." Dafür werde die Winterkirche nun rege genutzt - für Familiennachmittage und Seniorentreffs, sogar für Sport.

Pfarrer Wachter ist sicher, dass die Langzeit-Sanierung den Zusammenhalt der Gemeinde gestärkt hat. "Dadurch ist etwas entstanden. Wenn man gemeinsam baut und werkelt, dann kommt man sich näher." Davon ist auch die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr überzeugt. "Diese Kirche ist ein Ort der Begegnung. Hier sieht man, was man schaffen kann, wenn man die Kräfte bündelt."