Rund 20 Bürger haben in Stiege den "Förderverein zur Umsetzung und Instandsetzung der Stieger Stabkirche" gegründet. Vorsitzender ist Helmut Hoppe. Drei Standorte für die Albrechtshauskirche werden geprüft.

Stiege l Leicht sei das Vorhaben keinesfalls, hat Mathias Wenzel am Montagabend vor etwa 20 Stieger Bürgern im Gemeindesaal gleich mehrfach gemahnt. Er muss es wissen.

Wenzel ist seit Jahren im Verein zur Rettung und Sanierung der Engelhardt-Orgel in Stieges Kirche aktiv gewesen. Jetzt aber gehe es um die Umsetzung und Nutzung eines ganzen Hauses - der 1905 geweihten Albrechtshauskirche. Das sei eine ungleich größere finanzielle und baulich-technische Herausforderung.

Dieser Aufgabe will sich der Verein, daran ließen die Bürger keinen Zweifel, stellen. Mit etlichen einstimmigen Beschlüssen wurde der "Förderverein zur Umsetzung und Instandsetzung der Stieger Stabkirche" zügig aus der Taufe gehoben. Wohlwissend, dass die kleine Kirche am Albrechtshaus laut Fachleuten keine echte Stabkirche ist, sondern nach Art einer solchen erbaut wurde.

Jeder Stieger aber kenne das Haus als "Stabkirche" hieß es, und ein denkmalgeschütztes Kleinod norddeutscher Holzbaukunst sei der Bau sowieso, wurde betont. Genau deshalb solle das Haus ja besser geschützt und genutzt werden.

Denn spätestens seit dem Großbrand im lange schon leeren Klinik-Komplex Albrechtshaus steht die Albrechtshauskirche verlassen da. Im Ort Stiege aufgestellt, könnte sie für Konzerte und als Touristenmagnet genutzt werden, hieß es. In Verbindung mit dem Pilgerpfad nach Rom, der durch Stiege verläuft, wäre sie gar ein europäisch bedeutsames Glanzlicht, so Georg Wöhler.

Als mögliche neue Standorte wurden drei Parks genannt - am Bahnhof, am Denkmal für die Gefallenen und am Schloss. All diese Orte sollen nun geprüft werden. Danach ist eine Umfrage unter den Bürgern vorgesehen, sich für einen Standort zu entscheiden.

Unterstützt wird der Kirchen-Umzugs-Verein bereits von der Stadt Oberharz und dem Landkreis Harz. Sie helfen durch eventuelle Bereitstellung einer Fläche sowie durch Beratung in Sachen Denkmalschutz und Eigentum.

Mit besonderem Dank wurde die Zusage vom Albrechtshaus-Eigentümer, der Berliner Immobilienfirma ICR, aufgenommen, der Kommune den rund 26 Meter langen und zwölf Meter breiten Kirchenbau kostenlos zu übereignen. Das sei ein guter Anfang, hieß es. Nun soll der Verein ordnungsgemäß eingetragen werden und seine Arbeit aufnehmen. Zum Beispiel nach Sponsoren suchen.

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