Benzingerode l Lautes Krachen schreckt Wilma Schlegel auf. Als die Benzingeröderin am Freitag aus der Tür tritt, liegt vor ihrem Haus in der Wernigeröder Straße ein Reifen. Dieser hat sich von einem Lkw gelöst und ist in zwei Hauswände eingeschlagen. Die Hausfassade der Schlegels ist beschädigt, beim Nachbarn ist das Fallrohr kaputt. Das sei aber nicht entscheidend. "Hier hätten kleine Kinder entlanggehen können", sagt Ortsbürgermeister Gert Schlegel (Freie Wähler Benzingerode). Der Lkw-Verkehr sei schon lange ein Problem. "Die ballern bis in den Abend durch den Ort", so Wilma Schlegel."Von fünf Uhr früh bis elf Uhr abends" reihe sich Lkw an Lkw, sagt ihr Mann, oft mit hoher Geschwindigkeit. "Dabei könnten sie doch die B6 nutzen."

In der jüngsten Stadtratssitzung hat Gert Schlegel das Problem angesprochen. "Zuständig ist das Straßenverkehrsamt des Harzkreises", sagt der Wernigeröder Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich. Die Stadtverwaltung wolle beantragen, dass die Ortsdurchfahrt wie in Derenburg für den Lkw-Verkehr gesperrt werde. Ob das funktioniere, sei abzuwarten, sagte Holger Oppermann, Regionalbereichsbeamter der Polizei für Wernigerode. Er will zusätzlich anregen, dass das Tempo für Lkw auf 30 Stundenkilometer begrenzt werde und die Verkehrsüberwachung die Lage vor Ort unter die Lupe nimmt. Der havarierte Lkw eines Baustoffunternehmens war übrigens unterwegs nach Timmenrode. "Laut Fahrer konnte er nicht über die B6 fahren, weil die Straße zwischen Westerhausen und Warnstedt gesperrt ist", so Oppermann.