In Gesprächen von Magdeburg bis Rübeland wird versucht, die Bibliothek in Elbingerode zu retten. Der CDU-Ortschef ist zuversichtlich, die Harzer Linke im Gespräch. Die Schließung der Bücherei sei nur vorübergehend, heißt es.

Elbingerode l Gerade zu Weihnachten werden in Schulen und Kindergärten oder auch Zuhause nicht selten Bücher mit Märchen und Geschichten hervorgeholt, um sie den Kindern vorzulesen.

Der Fundus dazu droht in Elbingerode zu schrumpfen, die Bibliothek wurde geschlossen. Die Stadt Oberharz hat für den Erhalt der Bücherei nicht mehr das Geld. Und der Bibliotheks-Förderverein sieht sich mit der Betriebsübernahme überfordert. Ausgerechnet die größte und modernste der örtlichen Bibliotheken der Oberharzstadt steht damit praktisch vor dem Aus.

"Eine dauerhafte Schließung werden wir nicht zulassen", gibt sich Elbingerodes Ortsbürgermeister Rudolf Beutner (CDU) dennoch optimistisch. Die Schließung dieser Tage sei nur vorübergehend, vielleicht bis in den Januar, um eine Lösung zu finden, so Beutner weiter. Der Ortsbürgermeister hatte mehrmals im Stadtrat auf die Weiterführung des Bücherhauses gedrungen und den Beschluss der Übertragung der Bibliothek an einen Verein gefördert. Auch noch als klar war, dass der Förderverein die Pflege und Ausleihe des umfangreichen Bücher- und DVD-Bestandes nicht übernehmen wird. Daran hat sich nichts geändert.

"Wir sind gern bereit, die Arbeit der Bibliothek wie bisher durch viel ehrenamtlichen Einsatz zu unterstützen, aber übernehmen können wir sie nicht", bekräftigt Vereinschefin Silvia Suchland auf Volksstimme-Nachfrage. Eine "kleine Hoffnung" habe sie indes noch, dass die Bibliothek "gerade im Land der Dichter und Denker", so Suchland, nicht weggespart werde.

Ihre letzte Hoffnung setzt Suchland auf Gespräche der Kommune und von Beutner mit der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz (AFG) sowie mit potenziellen Förderern für den Erhalt der Bibliothek. "Wir wollen nicht schließen", sagt Stadtbürgermeister Frank Damsch (SPD), "wir suchen nach Geldquellen und Lösungen, auch im Gespräch mit der AFG."

Von der gerade ausgereichten Liquiditätshilfe vom Land darf von Gesetzes wegen kein Geld für die Bücherei abgezweigt werden. Nach harscher Kritik daran rudert die Harzer Linke in der Frage zurück. Der Linke-Kreisvorstand hatte es als Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung gebrandmarkt, als Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) darauf verwies, dass die Bibliothek ohne den schon angepeilten Zuschuss von 5000 Euro an den Förderverein zu übertragen ist. Andernfalls sei die Bibliothek zu schließen (Volksstimme berichtete). Linke-Landtagsmitglied Evelyn Edler nahm daraufhin am Rande der Landtagstagung Kontakt zum Finanzminister auf. Ein Ergebnis der Gespräche stehe noch aus, hieß es am Mittwoch aus Edlers Büro. Man wolle Bullerjahn nicht vorgreifen, bleibe aber am Thema dran.

In der Stadtverwaltung Oberharz wird indes betont, dass eine Rettung der Bibliothek nur möglich sei, wenn die 5000 Euro oder mehr nicht aus der Liquiditätshilfe, sondern irgendwoanders gespart würden, was aber schwerfalle. Oder es gelänge, Sponsoren zu finden.

"Genau daran arbeite ich", sagt Beutner und bekennt: "Ich denke, da sind sich Rat und Politiker alle einig: Die Bibliothek muss erhalten bleiben." Ob das gelingt, wird sich zeigen.

 

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