Schierke/Wernigerode l Die Faszination für den Brocken ist ungebrochen. Die Mitglieder des "Klubs der Hunderter" dürfte dies nicht überraschen. Der Zusammenschluss von Wanderern, die mehr als 100 Mal den höchsten Gipfel Norddeutschlands bestiegen haben, hatte sich in der Gaststätte beim Brockenwirt versammelt.

Dabei ging es auch um die Frage, welche Probleme der Massentourismus rund um den Gipfel aufwirft. Das Interesse sei weiterhin enorm, erklärte Brockenwirt Hans Steinhoff. "Wir haben immer gedacht, dass der Zuspruch irgendwann nachlassen wird, aber er lässt nicht nach." Daraus ergäben sich Probleme, etwa beim Miteinander unterschiedlicher Gruppen auf den Wegen.

Schwierig sei das Verhältnis zwischen Radfahrern und Wanderern. Erstere seien auf der Brockenstraße häufig sehr schnell unterwegs. "Dort steht ein Tempo-30-Schild, aber die Radfahrer halten sich oft nicht daran", hat Roswitha Söchtig beobachtet. Gefährlich ist das nicht nur für andere, sondern auch für die Radler selbst. Wenn diese stürzen, erleiden sie oft schlimme Verletzungen, sagt der Wernigeröder Allgemeinmediziner Michael Broutschek. Abhilfe könne ein Ausbau von Wegen schaffen, damit die Gruppen sich besser aus dem Weg gehen können.

Ein weiteres drängendes Problem sei der Müll, den Wanderer im Wald hinterlassen. "Vielleicht sollte der Nationalpark mehr Ranger auf Streife schicken", schlug Elisabeth Heinrich aus Wolfenbüttel vor. Den Wald sauber zu halten, sei nur eine von vielen Aufgaben der knapp 40 Harzer Ranger, sagt dazu Friedhart Knolle, Sprecher des Nationalparks Harz. Als "Mädchen für alles" bieten die Ranger Wanderungen an, repräsentieren den Nationalpark bei Veranstaltungen und Messen, achten aber auch auf die Einhaltung der Verhaltensregeln im Wald.

Diese würden leider nicht von allen Besuchern befolgt, so Knolle. "Die größten Probleme haben wir dort, wo Autos fahren", sagt er - am Straßenrand finde sich der meiste Müll. Dann folgen die viel begangenen Wanderwege, tiefer im Wald werde weniger zurückgelassen. "Die geringsten Probleme verursachen die bewussten Rucksackwanderer", sagt Knolle - diese nähmen ihren Abfall meist wieder mit. Das sei bei Ausflüglern aus Großstädten nicht immer der Fall.

Grundsätzlich sei aber das gesamte Team des Nationalparkverwaltung bei der Müll-entsorgung in der Pflicht - "auch wenn es häufig bei den Rangern hängen bleibt". 2014 hätten die Mitarbeiter rund 570 Säcke mit Müll gefüllt, den sie im Wald aufgelesen hatten. Knolle erinnert daran, dass es verboten ist, Abfall im Wald zurückzulassen. "Das gilt für jeden Besucher."

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