Seit 20 Jahren führen Irmgard Wendt und Stella Hoßbach Touristen durch die Stadt Blankenburg. Doch bevor sie sich in den Ruhestand verabschieden, wollen sie noch eine neue touristische Route erschließen: eine Villenführung.

Blankenburg l Im Kleinen Schloss ist am Donnerstag auf ein ganz besonderes "Dienstjubiläum" angestoßen worden: Seit 20 Jahren führen Irmgard Wendt (78) und Stella Hoßbach (77) Touristen durch Blankenburg. "Auf die beiden Stadtführerinnen können wir uns immer verlassen. Sie haben von Beginn an den Besuchern Blankenburg hervorragend ,verkauft`", lobte Astrid Hildebrandt-Besecke, die Leiterin des Städtischen Kurbetriebs. Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) schloss sich den Worten gern an und überreichte den beiden als Dankeschön neben Blumen auch ein hölzernes Stadtwappen. Er habe selbst einige Führungen miterlebt und war sehr davon angetan, mit wieviel Herzblut die beiden den Touristen ihre Stadt näherbringen und auch über "manch graue Ecke liebevoll hinwegplaudern", so Noll.

Die beiden Stadtführerinnen kündigten an, Anfang nächsten Jahres ganz in den Ruhestand gehen zu wollen. "20 Jahre reichen. Wir wollen den Platz für Jüngere frei machen", begründet Stella Hoßbach. Allerdings will sie mit ihrer Mitstreiterin bis dahin noch ein ganz neues Projekt auf den Weg bringen: eine Villenführung.

Seit mehr als einem Jahr recherchieren die Frauen bereits zur Geschichte prägnanter Häuser im sogenannten Villenviertel um Marien-, Amalien-, Welfenstraße und angrenzenden Straßen. Zum Teil habe sich das als recht schwierig erwiesen. "Viele Häuser haben Neubesitzer, die über die Historie der Gebäude nicht mehr viel wissen", hat das Duo erfahren müssen. Dabei lauern hinter diesen Mauern viele spannende Geschichten. Verbunden mit der imposanten Architektur seien sie es wert, erzählt zu werden. "Touristen, aber auch die Blankenburger sollen aufmerksam gemacht werden, wie schön die Stadt und das Villenviertel ist", sagt Irmgard Wendt.

Aktuell sind die "Mondscheinführungen" ihre Favoriten. "Diese sind richtig zum Genießen", schwärmt sie. Stella Hoßbach hat derweil gute Erfahrungen mit den Gartenführungen gemacht. "Wenn Gruppen aus Wernigerode kommen und stöhnen: `Oh, wieder eine Stadtführung`, sind sie hinterher total begeistert", hat sie erfahren. Besonders westdeutsche Reisegruppen seien sehr angetan davon, was in den letzten Jahren in Blankenburg geschaffen wurde. Stella Hoßbach: "Sie loben vor allem den Erhalt unserer Altstadt. Das ist unser großes Plus."