Pünktlich zu Heiligabend wird am neuen Schaubauernhof in Tanne doch noch Richtfest gefeiert. Nur emsiger Einsatz der Bauleute bei Wind und Wetter sichert diese Bescherung. Im Frühjahr 2015 soll Eröffnung sein.

Tanne l Von Kühen ist zurzeit direkt am Bauernhof in Tannes Schierker Weg nichts zu sehen. Dafür bewegen sich dort Kran, Lastwagen und Gabelstapler, sind Bauleute im wachsenden Neubau zu Gange. Sie haben am gestrigen Dienstag bis zur letzten Minute Hand angelegt, bevor tatsächlich die Richtkrone am Haken hing.

Mit dem traditionellen Spruch, Schluck und Trinkglasbruch gab Zimmerermeister Martin Barsch aus Benneckenstein dem Neubau und dessen künftigen Nutzern und Gästen den traditionellen Segen. Ein langer Nagel wurde von Julia Thielecke und Brockenbauer sowie Vater Uwe Thielecke ins neue Gebälk getrieben - bis der Stift stecken blieb, sich krümmte und die Zeremonie als durchaus hinreichend mit Beifall beendet wurde.

"Der Sturm hat uns die letzten Tage einiges abgefordert", sagte Thielecke vor rund 50 Gästen. Er dankte allen Unterstützern, besonders aber jenen, die trotz des stürmischen Regenwetters der letzten Tage das Bauprojekt weiter "durchgezogen" haben und so das Richtfest zügig noch einen Tag vor Heiligabend ermöglichten. Sozusagen als gelungene Vor-Bescherung, nachdem erst letzten September Baustart war.

"An einigen Stellen haben wir leichte Zeitverzögerungen, bei anderem sind wir schneller als geplant", berichtete Uwe Thielecke. Beispielsweise seien im künftigen Bauernhof-Café die Fenster vorfristig eingesetzt worden. Dadurch konnten die Richtfestgäste sicher und im Trocknen quasi den ersten Kaffee im künftig Café trinken. Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch (SPD) machte sich vor Ort sachkundig zum Projekt und beglückwünschte Familie Thielecke zu dem bisherigen Erfolg, der auch für die Stadt und die Region ein Erfolg und eine gute Werbung sei.

Bis zum kommenden Frühjahr soll auf dem früher durch mehrere marode Häuser verwinkelten Platz ein großer moderner Bauernhof entstehen. Kern ist eine Bio-Fleischerei inklusive Hofschlachtung, in der dann die Harzkühe aus der Region direkt vor Ort verarbeitet werden können.

Dazu kommen ein neuer Hofladen, das Café mit Ausblick von oben auf die Weide. Anfragen zu Veranstaltungen auf dem noch gar nicht fertigen Hof gibt es jetzt schon. Und ein Team des TV-Senders Arte hat sich schon für Anfang 2015 angesagt. Bis dahin sei es aber noch viel Arbeit, hieß es. Die ganze Familie ist in drei Generationen zu Gange. Elf Arbeitsplätze sollen nach und nach entstehen, und das nächste Weihnachten dann im neuen Bauernhof gefeiert werden.

 

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