Blankenburg l Untrennbar zu Silvester gehören Feuerwerk, Sekt - und das "Dinner for one". Seit mehr als 40 Jahren ist es in vielen Familien Tradition, dem "Butler James" in seiner Ein-Mann-Vorstellung für "Miss Sophie" zuzusehen. Im deutschen Fernsehen wurde der Sketch, den der Autor Lauri Wylie in den 1920er-Jahren geschrieben haben soll, 1963 uraufgeführt. Live gibt es die Inszenierung in einer Neuinterpretation auch dieses Jahr im Theatersaal des Großen Schlosses Blankenburg zu erleben. Seit rund acht Jahren arbeiten der Blankenburger Schlossrettungsverein und das Telemann-Kammerorchester Michaelstein bei der Inszenierung zusammen.

Kurzentschlossene werden auch dieses Jahr enttäuscht: Obwohl zwei Aufführungen - um 15.30 und 18.30 Uhr - angeboten werden, gibt es keine Tickets mehr. "Wir könnten viel mehr Karten verkaufen, als wir Plätze haben", berichtet Vereinschef Hartmut Berge. Eine dritte Veranstaltung sei aber aus zeitlichen Gründen einfach nicht möglich, ergänzt Christa Grimme. Sie leitet beim Verein "Rettung Schloss Blankenburg" die Arbeitsgruppe Veranstaltungen. Mit acht Mitstreitern kümmert sie sich am heutigen Abend um die Gäste, schenkt Sekt aus und behält den Überblick.

Obwohl sie das Stück schon mehrfach gesehen hat, freut sie sich darauf. "Die Geschichte ist bekannt, aber die Darsteller lassen sich jedes Jahr etwas Neues einfallen", sagt Christa Grimm begeistert. "Die Atmosphäre ist fantastisch." Auch werden die bis zu 240 Zuschauer je Vorstellung in die Inszenierung einbezogen.

Wer im kommenden Jahr bei "Dinner for one" im Schloss dabei sein möchte, sollte nicht zu lange warten. "Wir haben bereits die ersten Anfragen für 2015", berichtet Christa Grimm. "Die Konzerte haben dazu beigetragen, dass sich das Schloss als Spielstätte in der Region etabliert hat." Nicht nur Gäste aus Blankenburg und den Nachbarorten hätten daran Gefallen gefunden. "Hotels bieten mittlerweile sogar ein Silvester-Paket mit dem Stück als Höhepunkt an", sagt die Schlossretterin. Auch dafür gäbe es bereits Anfragen.