Die Oberharz-Stadt ist im sechsten Jahr ihres Bestehens. Der Stadtchef zeigt sich optimistisch und nennt fünf Hauptziele für 2015. Volksstimme-Mitarbeiter Burkhard Falkner fragte nach.

Volksstimme: Herr Damsch, ein neues Jahr, ein neues Glück - wie starten Sie ins 6. Jahr der Oberharzstadt?
Frank Damsch:
Ganz optimistisch.

Wie das?
Die Arbeit bisher hat ja gezeigt, dass wir trotz knapper Kassen mit Hilfe des Landes und Dank der Zusammenarbeit der politischen Kräfte im Stadtrat sowie im Verein mit der Stadtverwaltung etwas erreichen können. Ich nenne da nur die Investitionen in Höhe von über 20 Millionen Euro in den letzten Jahren und das Zurückfahren unseres strukturellen Defizits von 3,8 Millionen Euro auf 1,8 Millionen. Das macht Mut, weiter zu arbeiten.

Das führte aber auch zu heftigen Debatten. Ist die Kampfzeit vorbei?
Es wird auch dieses Jahr sicher Auseinandersetzungen geben, wie wir mit den wenigen Mitteln, die wir haben, am besten umgehen. Und die Sorge darum, ein Totsparen unserer Stadt zu verhindern, ist ja auch berechtigt.

Inwiefern?
Die Haushaltskonsolidierung setzen wir fort, haben schon harte Einschnitte vornehmen müssen und auch schon viel erreicht. Das Ziel ist und bleibt, die derzeit noch 1,8 Millionen Euro Defizit bis zum Jahr 2021 auf null zu bringen. Aber es gibt unter all den zu berücksichtigenden Faktoren auch solche, die uns das gehörig erschweren können.

Welche?
Jede Erhöhung zum Beispiel der Tarife für die Mitarbeiter erhöht die Kosten, ohne dass wir das beeinflussen können. Auch ist der demografische Faktor nicht voll mit eingerechnet. Weniger Einwohner aber sind weniger Einnahmen. Das heißt - jede noch so kleine Einsparung kann durch Tariferhöhung oder Abwanderung sozusagen aufgefressen werden. Darauf wurde in der Vergangenheit ja auch immer wieder hingewiesen.

Also ist die ganze Sparerei letztlich doch für die Katz?
Das eben nicht. Gerade weil die Faktoren wie etwa Tariferhöhungen bei Gehältern unsere Sparerfolge schmälern, müssen wir mit dem Land nach Auswegen suchen und genau hingucken, wo wir sparen und wo investieren.

Wo kann soll in der Stadt in diesem Jahr investiert werden?
Neben vielen anderen Vorhaben sehe ich vor allem fünf Hauptziele.

Welche?
An erster Stelle steht der überfällige Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Elbingerode und die Beschaffung der Drehleiter - alles unter Berücksichtigung unserer Beschlüsse nach dem Motto: "Kommt eines nicht, kommt alles nicht." Wichtige Ziele sind aber auch der Neubau der Susenburger Straße als unabdingbare Zufahrt in den Ortsteil von Rübeland und der Erhalt des Besucherbergwerks "Drei Kronen Ehrt" bei der anstehenden Verwahrung der Grube. Und fünftens durchgängig das Sparen. Das alles wird nicht leicht sein. Ich zähle da weiter auf die Zusammenarbeit im Stadtrat, in der Verwaltung und mit dem Land.

Was wünschen Sie sich privat für 2015?
Vor allem Gesundheit für die ganze Familie. Und ein paar gute Schafe, die ich im Frühjahr für meinen Garten als lebende Rasenmäher anschaffen will.