Ilsenburg l Kurz nach 6 Uhr war die Nacht zum Freitag für die Ilsenburger Feuerwehr beendet. Sie wurden zum Parkplatz vor dem Waldhotel gerufen, weil dort gegen 4.40 Uhr ein Baum auf mehrere Autos gestürzt war. Ein Auto von Urlaubern aus Dresden wurde dabei total zu Schrott, ein weiteres von einem Ehepaar aus Haldensleben musste abgeschleppt werden, bei einem dritten Pkw von Urlaubern aus Leipzig gab es vor allem Lackschäden. Die Feuerwehr zerlegte den Baum, eine Eiche, die im Landesforst stand.

Am schlimmsten betroffen waren der Dresdener Sven Angermann und seine Lebensgefährtin Ute Lehnert aus Dessau. Sie hatten mit Freunden den Jahreswechsel im "Waldhotel" verbracht und wollten gestern die Heimreise antreten. Dies taten sie auch - nur ohne eigenes Auto, denn ihr geliebter Skoda kann nur noch verschrottet werden. Freunde nahmen sie schließlich mit nach Hause. "Eigentlich wollten wir am Wochenende unser neues Enkelkind begrüßen, das während unseres Urlaubs am 30. Dezember geboren wurde. Jetzt müssen wir schauen, wie wir dort überhaupt hinkommen", sagte Ute Lehnert. Der erste Kommentar ihres Lebensgefährten nach dem Anblick des Autowracks in den frühen Morgenstunden war ebenso nachvollziehbar: "Jetzt brauch´ ich erstmal ein Bier." Er bekam auch eins, denn an selbst Fahren war mit dem Auto ohnehin nicht mehr zu denken. Auf der Rückfahrt hatten die beiden - die den Jahreswechsel wiederholt in Ilsenburg verbrachten, Gelegenheit über die Doppeldeutigkeit des Wortes Stamm-Gäste nachzudenken.

Kaum war für die Feuerwehr die Aktion beendet, da wurden die Einsatzkräfte zu einem weiteren Einsatz in die Straße Unter dem Regenbogen gerufen. Dort hatte der Sturm ein gläsernes Terrassendach weggefegt.

Ein dritter Einsatz am späten Vormittag führte die Feuerwehr auf den Faktoreihof. Dort drohte - so der Anruf in der Rettungsleitstelle - ein Baum auf ein Gartenhaus zu stürzen. Dies war aber nicht der Fall. Der Baum stand zwar schief, stellte aber keine Gefahr da, die das Eingreifen der Feuerwehr nötig gemacht hätte. "Wir sind nur für Gefahren zuständig, bei denen Menschenleben oder Sachwerte bedroht sind", begründete Einsatzleiter Dittmar Kalo das Abrücken seiner Truppe.

 

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