Die Schanze im Wernigeröder Zwölfmorgental wird derzeit umfassend saniert - zum ersten Mal seit 1996. Aufwändig ist vor allem der Austausch der Beläge, für den eine Spezialfirma aus Finnland anreisen wird.

Wernigerode l Die Bauarbeiten an der Sprungschanze im Wernigeröder Zwölfmorgental sind seit Ende November in vollem Gange. "Durch die Witterung wurden wir zwischenzeitlich ein wenig gebremst", sagt Michael Pülm. Doch der Prokurist des beauftragten Ingenieurbüros Richter ist zuversichtlich, dass die Anlage im Juni fertiggestellt sein wird - zu der Zeit wird dort traditionell der Rathauspokal ausgetragen. "Das ist unser großes Ziel."

Auch Frank Beimel, der beim Hochbauamt der Wernigeröder Stadtverwaltung das Projekt begleitet, ist optimistisch, dass der Termin eingehalten wird. Das freut die Sportler des Wernigeröder Ski-Klubs. "Wir möchten die Schanze mit einem Skisprungfest wieder einweihen", kündigt dessen Vorsitzender Peter Lösler an.

Am Aufsprunghang ist zu sehen, dass es vorwärtsgeht. Die Mitglieder des Ski-Klubs haben zunächst in Eigenleistung die grünen Kunststoffmatten abgenommen, die den 120 Meter langen Hang bedeckten. "Wer Zeit hatte, hat mitgeholfen", erklärt Vereinschef Lösler. Die Holzkonstruktion darunter ist bereits entfernt. Die Balken, die immer wieder der Feuchtigkeit ausgesetzt waren, sind im Lauf der Jahre durchgefault und eingesackt. Dadurch bildeten sich Mulden auf dem Hang, die im Zuge der Sanierung beseitigt werden.

Um eine solche Muldenbildung in Zukunft zu verhindern, werden Betonbalken quer über den Hang gelegt. An diesen werden die Matten befestigt, die auf einer Sicherheitsplatte und einem so genannten Geogitter aus Kunststoff ruhen. Die grünen, blauen, roten und weißen Matten mit ihren langen Kunststofffasern überlappen sich. "Dadurch hat man immer eine glatte Oberfläche, in der man sich nicht verkanten kann", sagt Michael Pülm.

Auch und weil die Sanierung viel Geld kostet - veranschlagt sind rund 400000Euro - ist Sparsamkeit das Gebot der Stunde. Gebrauchte Matten, die noch in Ordnung sind, werden wieder verwendet. "Wir drehen sie einfach um", so Pülm. Die Mitglieder des Wernigeröder Skiklubs haben derweil alle Hände voll zu tun, die Matten zu reinigen.

Die Platten mit den Kunststoffgittern werden an den Betonbalken verschraubt, die Matten mit Kabelbindern daran befestigt. Diese Arbeit wird eine finnische Spezialfirma übernehmen, die dafür eigens aus dem hohen Norden anreist. "Das sind Profis, die tun nichts anderes. Dadurch sind sie kostengünstiger", sagt Michael Pülm. Im gleichen Zuge wird die Belegungsbreite des Hangs geändert. "Die Vorschriften dazu haben sich geändert. Die Matten müssen aus Sicherheitsgründen nun an der seitlichen Bande anstoßen, was hier bisher nicht der Fall war", erläutert Michael Pülm.

Hinter den Balken wird eine Drainage angelegt. Das Wasser, das sich am Hang sammelt, wird dadurch an beiden Seiten nach unten abgeleitet. Eine solche Vorrichtung fehlte bisher, sagen Pülm und Beimel.

Zu beiden Seiten des Hangs wird weiterhin eine Beregnungsanlage aufgebaut. Denn um die Reibung zu erhöhen, wird im Training wie beim Wettkampf der Aufsprunghang mit Wasser eingesprüht.

Erneuert wird ferner die Holzkonstruktion des Sprungturms. Hier sind die Planer bei dem bewährten Material geblieben. "Das ist die einfachste und kostengünstigste Bauweise", erklärt Michael Pülm.

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