Viele Kontakte sind in der Wendeeuphorie zwischen Ost und West geknüpft worden. Eine Freundschaft, die his heute lebendig ist, verbindet die Kegler aus Blankenburg und Wolfenbüttel. Sie feierten ihre "Silberhochzeit" sportlich.

Blankenburg (jmü) l Es ist alljährlich einer der Höhepunkte im Vereinsleben der Kegelsportler aus Blankenburg und Wolfenbüttel: die freundschaftlichen Vergleiche im Frühjahr im Harz und der Rückkampf am 3. Oktober in der Lessingstadt. Das jüngste Treffen stand aber unter einem ganz besonderen Stern: Am 30. Dezember, just an dem Tag, an dem vor genau 25 Jahren im Klubraum des damaligen Jahnsportplatzes in Blankenburg die Freundschaft der Kegelsportler besiegelt wurde, gab es ein freudiges Wiedersehen. Auf der Kegelanlage "Alt Blankenburg" des SV Lok wurde das "silberne Jubiläum" zünftig gefeiert.

Die beiden Abteilungsleiter Lothar Richter (Blankenburg) und Thomas Janitschke (Wolfenbüttel) gedachten in ihrer Begrüßung den inzwischen verstorbenen Sportkameraden, die großen Anteil an dieser Freundschaft haben, die in erstaunlicher Weise die Euphorie der Wendezeit überlebt hat.

Das Geheimnis dieser festen Beziehung lüfteten die Väter der Keglerfreundschaft Herbert Strobach (Blankenburg) und Helmut Beinert (Wolfenbüttel), beide längst Ehrenmitglieder der Blankenburger Kegelabteilung. Sie betonten, dass bereits die ersten Begegnungen beider Seiten auf Augenhöhe stattfanden und der Kegelsport immer im Vordergrund stand. Dass die Sportler ihren Freundschaftsvertrag mit Leben füllten, davon zeugen inzwischen nicht nur die 48 sportlichen Vergleiche - sie fielen nur in einem Jahr wegen Umbauarbeiten aus. Zahlreiche persönliche Kontakte in den Familien entwickelten sich. Absoluter Höhepunkt war sogar eine Eheschließung zwischen Kegelfreunden beider Vereine.

Besonders gern erinnern sich die Sportler daran, wie vier Lok-Kegler im Jahr 1990 mit Gastspielgenehmigung die Wolfenbütteler Freunde, die zu dem Zeitpunkt mit großen Personalproblemen zu kämpfen hatten, vor dem Abstieg bewahrten. Noch heute haben die Wolfenbütteler vor Augen, "wie der Trabbi vorfuhr und dort vier gestandene Männer ´rauskletterten", erzählte der ehemalige KSG-Vorsitzende Helmut Beinert.

In Erinnerung an diese 25 denkwürdigen Jahre wurden zwei Holztafeln, die kunstvoll von Kegelbruder Mario Lindner geschaffen wurden, an die Väter der ersten Stunde übergeben. Sie werden nun ihre Heimsportstätten zieren. Für Lok-Vereinsvize Klaus Lindner ein Geschenk mit Symbolcharakter für die junge Generation.

Denn mit Stolz und Freude verwies er auf die gute Jugendarbeit, in der mit Laura Auerswald, Justin Heinze und Felix Ullmann bereits eine neue Generation herangewachsen sei, die die Ideale der Strobachs, Beinerts, Richters und Janitschkes in die nächsten 25 Jahre tragen werden, sagte er. Deshalb hege er auch berechtigte Hoffnung auf eine "Goldene Hochzeit": "Dann vielleicht auf einer Vier-Bahnenanlage in Blankenburg."

Lindner erinnerte in diesem Zusammenhang gern daran, dass von Beginn an die Stadtväter den Keglern immer offen und fördernd zur Seite gestanden haben. Blankenburgs Bürgermeisters Hanns-Michael Noll und der stellvertretende Wolfenbütteler Bürgermeister Heinz-Rainer Bosse kündigten an, dass noch in diesem Jahr eine feste Städtepartnerschaft zwischen Blankenburg und Wolfenbüttel vereinbart werden soll. "Dass unsere Keglefreundschaft dabei ein wichtiger Meilenstein war, erfüllt uns mit besonderem Stolz", kommentierte Klaus Lindner.

Er freute sich außerdem über eine spontane und private Geldspende von Heinz Rainer Bosse, die der Jugendarbeit des SV Lok zugute kommen soll. "In die Jugend zu investieren dafür hat auch die Harzsparkasse immer ein offenes Ohr", betonte Heiko Breithaupt als Vertreter des Geldinstitutes und selbst begeisterter Kegler. Schon in der jüngsten Vergangenheit habe die Harzsparkasse den Keglern bei Sanierungsarbeiten ihrer Sportanlage hilfreich zur Seite gestanden.

Mit einem gemeinsamen Bankett und vielen erzählten Anekdoten endete dieser denkwürdige Festtag.