Wernigerode (ksö) l Michael Miede heißt der Kandidat der Piratenpartei für das Amt des Wernigeröder Oberbürgermeisters. Der 29-Jährige wurde am Dienstag von der Wernigeröder Gebietsversammlung der Partei einstimmig zum Herausforderer von Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) gekürt. Der Amtsinhaber ist bisher der einzige weitere Kandidat, der bereits angekündigt hat, bei der Wahl am 12. April anzutreten.

Miede, der aus Schwanebeck stammt, lebt seit sieben Jahren in Wernigerode. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitet er bei einem großen metallverarbeitenden Unternehmen in Ilsenburg und steckt mitten in den Prüfungen für seinen zweiten Berufsabschluss als Maschinen- und Anlagenbediener. "Ich war schon immer politisch interessiert", sagt Miede über sich. An eine Partei hat er sich jedoch bis zu seinem Einstieg bei den Piraten Anfang 2014 nicht gebunden. Diese hätten ihn überzeugt. "In der direkten Demokratie steckt viel Potenzial", so Miede. Sein Credo: "Man sollte jungen Leuten und neuen Konzepten eine Chance geben."

Als Stadtoberhaupt würde Miede regelmäßige Bürgermeistersprechstunden einführen. "Bürgernähe ist für mich ein wichtiges Thema." Ein Spaßkandidat sei er nicht, betont der 29-Jährige. "Ich nehme die Wahl sehr ernst." Chancen rechnet er sich bei denen aus, die den Ortsentwicklungsplänen für Schierke kritisch gegenüberstehen. Diese seien aus seiner Sicht zu teuer und belasteten den städtischen Haushalt über Gebühr. "Auch wenn man es sich schönrechnet, ist das Projekt zu risikobehaftet." Auch Umweltschutzgründe sprächen dagegen.

Die Ausschreibung für das Amt des Oberbürgermeisters wird am Sonnabend, 24. Januar, in mehreren Tageszeitungen, dem Amtsblatt und auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht, erklärt Verwaltungssprecher Andreas Meling auf Nachfrage. Unabhängige Kandidaten müssen mindestens 100 Unterschriften von Unterstützern vorlegen. Wer als Amtsinhaber oder für eine Partei antritt, ist von der Verpflichtung befreit. Am 16. März um 18Uhr läuft die Bewerbungsfrist ab. Erreicht im ersten Wahlgang kein Bewerber mehr als die Hälfte der Stimmen, treten die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen am 26. April zur Stichwahl an.